Cvrtac: "Mit den Spielern Einzelgespräche geführt"

05.05.2011
Wer vor Verhandlungsbeginn angenommen hatte, der Tag wird langweilig, der sah sich getäuscht. Stundenlang plauderte Mario Cvrtac - einer der Hauptverdächtigen - über seine Rolle im internationalen Wettskandal. Drei Stunden beste Unterhaltung, drei Stunden 'grosses Kino'. Im Wesentlichen gab Cvrtac die Inhalte seiner fünfmonatigen Befragung durch die Bochumer Polizei wieder.
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Wer die Akten kennt, war nicht überrascht. Wer sie nicht kannte, dem waren die Schilderungen über spielsüchtige Fußballprofis, über Freundschaftsspiele die zum Zwecke der Manipulation statt fanden, über ein mutmaßlich verschobenes Match der EM-Qualifikation durchaus neu. Das die Partie Norwegen - Malta (4:0) vom 02.06.2007 im Blickpunkt der Behörden steht, sei "ein alter Hut". Das erklärte Staatsanwalt Andreas Bachmann am Rande des Prozesses. Die nächsten Verhandlungstermine: 09. und 16. Mai 2011. 

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sport inside: "Der Fluß des Geldes"

Ein Film von Benjamin Best und Fred Kowasch 

 

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Vor wenigen Tagen. Verhandlung vor dem Bochumer Landgericht. Hier geht es mittlerweile beschaulich zu. Weitgehend unbeobachtet erscheinen Richter, Staatsanwalt, Verteidiger und die Angeklagten. Mehr als drei, vier Besucher und einige Journalisten sind nicht da. Dabei geht es hier um einen Fall, der alle Dimensionen sprengt.


 

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Und redet und redet .....

von Fred Kowasch, Bochum 

 

09.02.2011 - 16. Verhandlungstag
Er erzählt schon einige Stunden, als endlich die entscheidende Frage kommt.
Warum hat das System keinen Ausschlag gegeben? Es geht um das vom DFB bezahlte Frühwarnsystem betradar, es geht um in Deutschland manipulierte Spiele im Wettskandal.

 

Carsten Koerl redet und redet, minutenlang. Er spricht davon, dass man noch
lernen würde, Algorithmenkriterien verfeinert gehörten, das Frühwarnsystem keine Strafverfolgungsbehörde sei, die Daten von Ansetzungen der Schiedsrichter erst jetzt erfasst würden, die Spiele durchs Raster gefallen wären .... . Eine Antwort gibt Carsten Koerl nicht.

 

Außerdem erfährt man noch, dass seine Firma aus zehn Einzelunternehmen besteht, im Jahr 20 Millionen Umsatz macht und eine Gewinnmarge von mehr als 20 Prozent erzielt. Und das sein System in den letzten fünf Monaten zwischen 70 und 100 Spiele als manipulationsverdächtig eingestuft hat. Konkrete Fakten bleibt er schuldig. Der vom Gericht bestellt Wettexperte - nicht jeder im Gerichtssaal war mit seiner Ladung einverstanden - betrieb vor allem in eigener Sache kräftig Werbung. 

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Internationale Tippgemeinschaft

Ein Film von Benjamin Best und Fred Kowasch

Diese Akten bergen viele Geheimnisse. Geschichten aus der Welt des europäischen Fußballs, die am fairen Spiel mit dem Ball erhebliche Zweifel aufkommen lassen. Tausende Blatt Papier - Abhörprotokolle, Zeugenbefragungen, Ermittlungsunterlagen.
Im ersten Prozeß um von Europa größten Wettskandal ist die mutmaßliche organisierte Kriminalität geladen. Vier Angeklagte sollen 32 Spiele verschoben haben, indem sie Fußballprofis Geld für schlechte Leistungen boten.

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Prozeßauftakt zum Wettskandal

Ein Bericht von Benjamin Best und Fred Kowasch

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Saal C 240 im Landgericht Bochum. Hier werden sie am Mittwoch sitzen - die ersten Angeklagten im Europas grössten Wettskandal. Es geht um organisierten Betrug, hohe Haftstrafen drohen. Justizvollzugsanstalt Bochum. Hier sitzen einige der acht Hauptverdächtigen. Auch der 55jährige Türke Tuna A. - einer der mutmaßlichen Drahtzieher im Wettskandal. Er soll umfassend ausgesagt haben.

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Chronologie: Der Fußball-Wettskandal

13.07.2010

Die Ermittlungen im Wettskandal haben sich ausgeweitet. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Bochum wird mittlerweile gegen 250 Personen ermittelt. Im Focus stehen 270 verschobene Spiele.

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Deutschland 53 (32)
Belgien 19 (17)
Schweiz 35 (28)
Kroatien 15 (14)
Slowenien 7 (7)
Türkei 74 (29)
Ungarn 14 (13)
Bosnien 8 (8)
Österreich 12 (11)
International 33 (15) 

 

Die Bochumer Ermittler gehen bislang davon aus, dass Wetten in Höhe von rund 12 Millionen Euro auf manipulationsverdächtige Spiele platziert worden sind. An Bestechungsgelder für Schiedsrichter, Spieler und andere sollen 1,5 Mio Euro gezahlt worden sein. Die Gewinnen aus den Wettmanipulationen sollen rund 7,5 Mio Euro betragen. In Deutschland sitzen insgesamt noch acht Personen in Untersuchungshaft. Die erste Anklagen sollen im Laufe des August 2010 erhoben werden.

 

Quelle: Staatsanwaltschaft Bochum

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Spiele, Spieler, Wettpaten

 

ARD-Sportschau, 20.12.2009


ein Film von Benjamin Best und Fred Kowasch

Champions Lounge - ein Wettbüro in der Innenstadt von Nürnberg. Der Laden soll von Marijo C., einem der Hauptverdächtigen im Wettskandal kontrolliert werden.

Marijo C., 34 Jahre, der Wettpate aus Nürnberg. Er soll besten Beziehungen zu Fußballprofis in ganz Europa haben. So steht es zumindest in den Unterlagen der Bochumer Staatsanwaltschaft.

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Wettskandal: Festnahmen in ganz Deutschland

 

ARD-Sportschau, 22.11.2009

 

Herten im Ruhrgebiet. Eine bessere Vorortsiedlung. Hier wohnt der 30 jährige Deniz C., einer der Hauptverdächtigen im Wettskandal. Vor drei Tagen bekam er Besuch. Polizeibeamte kamen mit einem Durchsuchungsbefehl. Deniz C. wird gewerbsmäßiger Bandenbetrug vorgeworfen.
 

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Der 'Hoyzer-Skandal'

 

17.11.2005 - 13:15 Uhr - Das Berliner Landgericht hat den ehemaligen Schiedsrichter Robert Hoyzer zu einer Haftstrafe verurteilt. Der 26jährige muß 2 Jahre und fünf Monate in den Knast. Hoyzer ist des banden- und gewerbsmäßigen Betruges für schuldig befunden worden. Das Gericht ging mit seiner Entscheidung über die von der Staatsanwaltschaft geforderte Bewährungsstrafe von 24 Monaten hinaus.

 

18.10.2005 - Vor der 12. Strafkammer des Berliner Landgerichtes hat heute der Prozess im "Fall Hoyzer" begonnen. Angeklagt sind neben dem ehemaligen Bundesligaschiedsrichter Robert Hoyzer die drei kroatischen Brüder Ante, Filip und Milan Sapina, die das Cafe King betreiben, auch der Referee Dominik Marks und der Spieler Steffen Karl. Allen Angeklagten wird gewerbs- und bandenmäßiger Betrug vorgeworfen.

Die Anklageschrift umfasst 289 Seiten, 170 Zeugen sollen in dem auf mehrere Monate terminierten Prozeß befragt werden. Robert Hoyzer hatte gestanden, elf Partien manipuliert zu haben. Im Gegenzug soll er Bargeld und Sachleistungen bekommen haben. Hoyzers Anwalt kündigte ein umfassendes Geständnis an.

 

07.07.2005 - Der DFB-Kontrollausschuß hat im Wettbetrugsskandal gegen folgende Spieler eine Vorsperre beantragt: Torsten Bittermann (Dynamo Dresden), Seffen Karl, Markus Ahlf (Ex-Chemnitzer FC), Marco Eckstein, Ronny Thielemann (Ex-Sachsen Leipzig) und Ronny Kujat (Sachsen Leipzig) - Ronny Kimble - auf der Flucht vor seinen Häschern .

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Zeitgeschichte: 40 Jahre Bundesliga-Skandal

Hintergrund: Bundesligaskandal 1971

 

von Tobias Seeber

 

Als der Offenbacher Präsident Horst Gregorio Canellas am 06.Juni 1971 anläßlich seines 50.Geburtstages eine Gartenparty veranstaltete, bei der DFB- und Bundesligagrößen eingeladen waren, präsentierte er seinen Gästen nicht nur Cocktails und Tanzmusik, sondern auch ein delikates Tonband. Der am Tag zuvor mit seinen Kickers abgestiegene Canellas ließ Mitschnitte von Telefongesprächen laufen, in denen Spiele regelrecht meistbietend verscherbelt wurden. Die Feier war gelaufen, die Gäste geschockt, Bundestrainer Helmut Schön sah das Ende des deutschen Fußballs gekommen.

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Bundesliga-Skandal 1971 - Die Telefon-Protokolle

 

MANGLITZ: Manglitz.
CANELLAS: Guten Abend, Herr Manglitz. Herr Manglitz, Herr Konrad hat gesagt, ich soll einmal anrufen.
MANGLITZ: Ja, ja richtig. Er wollte heute Mittag mit mir sprechen; da hatte ich aber Besuch, da konnte ich nichts sagen. Ja jetzt bin ich allein und kann sprechen.
CANELLAS: Herr Manglitz, ich habe heute gehört, Sie würden am Samstag gar nicht spielen.
MANGLITZ: Ja, was Besseres kann Ihnen doch gar nicht passieren.
CANELLAS: So.
MANGLITZ: Sonst ist soweit alles geregelt. Aber passen Sie auf, der Herr Konrad hat mir was gesagt, mit dem Jupp Kapellmann. Ja, ja, ja der ist mir was zu grün für diese Sache.
CANELLAS: Zu grün?
MANGLITZ: Der ist 20 Jahre, und ich habe nicht gerne in so 'ner Sache so grüne Jungs, die quatschen mir zuviel, verstehen Sie das?
CANELLAS: Jawohl.
MANGLITZ: Man muß wissen, mit wem man was macht und was man macht und so weiter, das können keine Zwanzigjährigen, die überall drinhängen und erzählen. - Übrigens, das ich nicht spiele, ist noch nicht hundertprozentig, aber ich sage Ihnen, normal kann ihnen nichts Besseres passieren.
CANELLAS: So.
MANGLITZ: Der Soskic hat in den letzten zwei Jahren zweimal gespielt.
CANELLAS: Und wie sieht es nun im Detail aus?

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