Merkel-PK: 'Eier haben'. Oder die Frage zum Rücktritt

von Fred Kowasch

Es gibt in der Bundespressekonferenz kaum noch welche, die ihren Job auch ausüben. Präzise, harte Fragen stellen. 'Eier haben'. Thilo Jung ist so einer (komisch, dass den keiner bei ARD und ZDF einstellen will), eine holländische Journalistin und Dieter Wonka - Der Mann mit den Fragen. Einst Hauptstadtkorrespondent der Leipziger Volkszeitung, bestens vernetzt und immer für eine Schlagzeile gut. Von ihm kam die Frage zum Rücktritt Merkels.

Merkel hat harte Fragen nicht gern. Das sieht man ihr - immer noch - an. Als stellvertretende DDR-Regierungssprecherin verlor sie schon mal die Nerven, blaffte in Pressekonferenzen Journalisten im SED-Style an. Auch heute beantwortet sie prekäre Fragen nicht. Ihr jüngster Auftritt vor der Bundespressekonferenz wirkte autistisch, wie aus einer anderen Welt. Als sei die planlose Aufnahme von Zuwanderern - elf Monate vorher - gesellschaftlicher Konsens gewesen: "Die Entscheidung, die wir alle gemeinsam getroffen haben ....".

Wie akzeptiert diese Entscheidung ist, kann jeder am Samstag Nachmittag am Berliner Hauptbahnhof sehen. Dann treffen sich - zum dritten Mal bereits - zahlreiche Menschen, um unter dem Motto 'Merkel muss weg' durch das Regierungsviertel zu demonstrieren. interpool.tv wird aus Berlin berichten.

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Berlin-Tipps

berlin görli 1mai30.07. 20:00 Artliners: Ida Balbina, Wouter Hogers (Gypsy, Country, Folk)
30.07. 20:00 Privatclub: Zodiac, Honeymoon Disease (Soul) 19e 
30.07. 22:00 Bassy: The Allers (Rhythm&Blues/Soul)
30.07. 22:00 Wild At Heart: Restless Feet (Folk-Punk) 8e
30.07. 23:00 Rosis: Fayd, Schou, Giocoso, Frido
30.07. 23:59 Watergate: Adriatique, Lehar, Phonique, Diogo Accioly, Metro 
30.07. 23:59 Wilde Renate: Manamana, Steffen Bennemann, RVDS, Kennedy, Ghost on Tape, Shawn Reynaldo, DJ Will, Homeboy (Techno, House)

31.07. 20:00 So36: Lag Wagon, Useless ID, Versus The World (Melodycore, Empfehlung)25e
31.07. 20:30 Cassiopeia: Centuries Wrong (Noise Rock)
31.07. 20:30 Lido: The Dickies, Gang Zero (Fun Punk) 21e

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Open Air Festivals 2016 - Ein Überblick

12./13.August rockfestival glien
Pure & Crafted
 - Postbahnhof,  Berlin
www.pureandcrafted.com

12./13./14.August
SonneMondSterne - Saalburg
http://www.sonnemondsterne.de/
(Paul Kalkbrenner, Sven Väth) 

19./20./21.August 
Highfield, Störmthaler See, Leipzig
http://www.highfield.de/
(Rammstein, Deichkind, Limp Bizkit, Bloc Party)

24./25./26./27. August 
Chiemsee Summer - Übersee
http://www.chiemsee-summer.de/
(Sportfreunde Stller, Prinz Pi, Limp Bizkit, Fritz Kalkbrenner)

10./11.September 
Lollapalooza - Berlin, Treptower Park
http://www.lollapaloozade.com/
(New Order, Radiohead, Kings of Lion, James Blake, Paul Kalkbrenner)

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nr 16: "Wir waren Akteure und nicht mehr Beobachter"

So langsam bekommen selbst die borniertesten Chefredakteure, Herausgeber und Intendanten mit, dass ihnen die Leser und Zuschauer von der Stange gehen. Dass sich im Netz längst eine eigene Öffentlichkeit aufgebaut hat. Einer Öffentlichkeit, der die Berichterstattung auf 'Spiegel online', bei 'Süddeutsche', FAZ, ZEIT oder in der ARD im Prinzip egal ist. Weil sie dort eben durchaus auch nach dem Prinzip publizieren: "Es kann nicht sein, was nicht sein soll", wie ein Chefredakteur bei der Diskussion auf der Journalistenkonferenz 'Netzwerk recherche' 2016 ungewohnt freimütig einräumt. Eine Analyse zur 'refugees welcome' Berichterstattung und der seltsamen Rolle des WDR in der Kölner Silvesternacht.

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Hinter den Schlagzeilen: Über 'Gegenöffentlichkeit' und die Massenmedien

Wollen sie nicht? Können Sie nicht? Oder dürfen sie nicht? Wie die Massenmedien den publizistischen Wettstreit verlieren.

von Fred Kowasch

Mitte Mai 2016
Die Aktion 'Ende Gelände' am Pfingswochenende in der Lausitz. Über Twitter kritisieren die Braunkohlegegner immer wieder die fehlende Berichterstattung von ARD und ZDF, monieren dass die Nachrichtenagentur dpa keinen Journalisten vor Ort geschickt hat. Erst nach Ende der dreitägigen Aktion wird in den Massenmedien ausführlicher über diesen Protest berichtet. Der - immerhin - fast zur Abschaltung eines Kohlekraftwerkes führte.  

Die Massenmedien: sie brauchen Tage bis sie ein Thema erkennen, seine Relevanz richtig einzuschätzen wissen. Dies war auch bei den sexuellen Übergriffen - überwiegend von Nordafrikanern - an Silvester in Köln nicht anders. Tagelang ignorierten ARD wie ZDF, FAZ und Süddeutsche die Vorfälle, die bei Facebook, Twitter und in Blogs längst ein viel diskutiertes Thema waren. 

Dies ist keineswegs ein neues Phänomen. Bereits Anfang der 90er Jahre - ich saß damals als Hospitant im Berliner dpa-Büro - bewerteten Verantwortliche die progromartigen Übergriffe in Rostock-Lichtenhagen falsch. Trotz heftigen insistieren wurde keine Verstärkung vor Ort geschickt. Als Tags darauf der Mob tobte, Molotovcocktails in das von Asylbewerbern bewohnte Haus flogen, waren nur wenige Journalisten vor Ort. Auch bei anderen Medien verging damals viel Zeit, ehe sie die Tragweite das Themas begriffen. Vorher konnte man fast nur in der sogenannten Gegenöffentlicheit - in linken Szeneblättern, der Taz oder in Alternativradios - Hintergründe zum Thema Rechtsradikalismus erfahren.

25 Jahre später wird wieder über Gegenöffentlichkeit geredet. Nur scheint der Begriff diesmal streng konservativ bis politisch rechts besetzt. Blogs wie pi-news.net (Political Incorrect), Zeitschriften wie die Junge Freiheit und das Monatsmagazin Compact verzeichnen steigende Leserzahlen. Ihre Berichterstattung - u.a. zur Flüchtlingsfrage und zur vermeintlichen Unterdrückung von Informationen - trifft auf ein hohes Interesse.

Aber auch die politische Gegenseite benutzt das Internet im Sinne der Gegenöffentlichkeit. So publiziert die linksautonome Szene Pamphlete, Demoberichte und Informationsleaks über ihre Webseite linksunten.indymedia.org. Erst jüngst sorgte ein Bericht über eine Polizeiinformantin in der Hamburger Antifa-Szene bundesweit für Schlagzeilen. Und: Bewegungen wie ende-gelaende.org erreichen ihre Anhänger via Blog, Twitter, Facebook, Youtube und Periscope. Letztendlich steuern sie damit ihre Aktionen.

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Verfassungsschutzbericht 2015: Pegida, Hooligans und HogeSa

28.06.2016
Gibt man im neuen Bundesverfassungsschutzbericht die Suchwörter 'Pegida' und 'Hooligans' ein, wird man erstaunlich oft fündig. 17 und zehn 'Treffer, auch der Begriff HogeSa findet sich sieben Mal in dem 319 Seiten Werk. Dies alles läuft unter der Überschrift 'Rechtsextremistische Einflußnahme'.

Offiziell gelten die 'Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes' (Pegida) nicht als Beobachtungsobjekt des Verfassungsschutzes, ".... da in der Gesamtschau noch keine hinreichenden Anhatspunkte für eine verfassungsfeindliche Betrebung vorliegen."

HogeSa2bUnter der Überschrift 'Rekrutierungsfeld Hooligans' (Seite 66 ff.) erfährt der Leser interessante Zahlen über verschiedene Kundgebungen und Demonstrationen verschiedener Gruppen ('Gemeinsam Stark', Hooligans gegen Salafisten') im letzten Jahr. Wörtlich heißt es: "Die Teilnahme unterschiedlich großer Personengruppen aus der Hooliganszene an solchen Kundgebungen zeigt, dass eine signifikante Anzahl Hooligans durchaus gewillt ist, sich für politische Aktionen einzubringen."  Ein eigenes Kapitel im Bundesverfassungsschutzbericht: das gab es für Hooligans in dieser Form noch nicht.

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Ordnertruppe gegen die Antifa: Wie Hooligans und Pegida zusammenarbeiten

SPORT INSIDE (28.02.2016 - 22:15 UHR - WDR) - HIER gehts zum Film!

Die Hooligan-Szene radikalisiert sich zusehends. Fanszenen eigentlich zerstrittener Vereine laufen gemeinsam als selbsternannte Patrioten mit bei Pegida-Kundgebungen. Experten sehen eine neue Dimension der rechten Politisierung der Szene. (Text WDR)
HogeSa2c
Screenshot: Hooligans bei der wöchentlichen Demonstration von Pegida-NRW in Duisburg (14.12.2015) 

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Tramp-Geschichten (1) - Im Stau

Selbst 15 Jahre (und über 20.000 Kilometer) getrampt. Stundenlang an der Straße zu stehen, den Daumen im Wind. Da weisst Du, wie es ist. Deshalb wird nun mitgenommen. Andere kommen weiter, die Zeit im Auto vergeht schneller. Und: Stoff für das Blog gibt es allemal .....

Auf dem Weg von Berlin nach Westen. Eine Raststätte hinter Hannover. Kurze Pause. Herzhaft beiße ich in eine Bockwurst, als mich eine Tramperin anspricht. Sie will nach Köln. "Ich kann Dich bis zu einer Raststätte auf der A1 mitnehmen". Wunderbar.
autobahn 1Im Vorbeigehen macht sie noch schnell ein Handyphoto von meinem Nummernschild. Im Auto wird der Freund angerufen. Warum nicht, wenn es der Sicherheit dient.

Zehn Kilometer weiter, die Warnblinkanlage an. Wir stehen im Stau. Zunächst schleichen wir noch in Schrittgeschwindigkeit voran, dann geht nix mehr. Von unseren Nachbarn erfahren wir etwas wie: Unfall, Vollsperrung. Na, wunderbar. Die Bockwurst liegt noch im Magen, vom Kaffee ist ein lauwarmer Rest da. Sonst habe ich nur noch ein paar Vitaminbonbons. Zeit zum Plauschen. 

Bei mir im Auto sitzt eine Studentin der Geisterwissenschaft, Veganerin, mit Liebe zur (friedlichen) politischen Demonstration. lch erzähle ihr etwas von den Strassenschlachten in der Mainzer Straße und bei G8 in Rostock. Lange her.

Und: dass ich auf deutschen Autobahnraststätten gern Bockwürste esse.

Nach drei Stunden im Stau knurrt so langsam der Magen. Die Vitaminbonbons sind alle, die (ökologischen) Kekse der Tramperin schmecken nur bedingt. Zum Glück erbarmen sich unsere Nachbarn auf der Überholspur. Voller Hunger beiße ich in deren Wurstschnitte, verschlinge eine Banane.

Nach insgesamt vier Stunden geht es weiter. Endlich. Noch knapp 300 Kilometer zu fahren. Als ich ihr nach weiteren drei Stunden anbiete, sie an einen Bahnhof in der Nähe von Köln zu fahren, höre ich nur: "Nein, für Züge will ich kein Geld ausgeben". Die Dämmerung bricht schon an, als ich an einer Raststätte, 90 km vor Köln halte. "Gute Reise, noch!" Danke!"

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On the Road: Von nervenden Backpackern und einsamen Inseln

"Where do you come?", Where do you go?", "What do you making?" Wer kennt sie nicht die immergleichen Fragen. Mit der Zeit können sie einen schon auf den Geist gehen: 7 Gründe, warum Backpacker nerven. Da hilft nur, mal woanders einzuchecken oder mit der Bierflasche Reißaus zu nehmen ....

Wer monatelang unterwegs ist, dem kann schon mal das Geld ausgehen -  Weit weg und pleite. Doch: überall auf der Welt kann man arbeiten. Ob nun als Englischlehrer oder als Porno-Queen. Besonders Clevere machen als Reiseschriftsteller schon vorher ihr Hobby zum Beruf ....

Endlich am perfekten Strand. Die einsamen Inseln und Buchten - sie gibt es noch. Man muß nur ein wenig suchen. Oder weit, weit reisen - Das sind die letzten unentdeckten Reiseziele der Welt. Die letzten sicher nicht. Aber auch dort ist vieles anders, als es scheint ....

paraty2 traveller calendar 2016 klUnterwegs an der brasilianischen Costa Verde. Voll allein - wie eine russische Lady versucht, dort ihren Traunstrand zu finden .... 

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