Hinter den Schlagzeilen - 'Aktivisten' mit Presseausweis

02.05.2016 - 09:35
Es gibt auf dem folgenden Video eine Szene (bei 0:56 min) , die wohl noch für Diskussionen sorgen wird. Abseits der Demonstration von rechten Gruppen am 01. Mai 2016 in Plauen, schlägt ein mit einer Kamera filmender Mann einer neben ihr stehenden Frau das Stativ ins Gesicht. Die Frau taumelt. Dann kommt ein vermummter Demonstrant, der die Frau erneut schlägt. Die Frau bricht zusammen, bleibt am Boden liegen. Der vermummte Demonstrant wird von einem Polizisten in den Würgegriff genommen, wahrscheinlich festgenommen.



Auf Demonstrationen und Kundgebungen wird mittlerweile gefilmt und geknipst, was das Zeug hält. Irgendwie hat jeder eine Kamera oder ein Handy dabei. Vor Ort ist oft kaum noch zu unterscheiden ist: wer ist Demonstrant, wer Journalist. In Stuttgart - am Tag zuvor bei den AfD-Protesten - führte dies am Wochenende dazu, dass die Polizei drei vermeintliche Journalisten für Stunden in den Gewahrsam nahm, weil sie sie für Demonstranten hielt. Sie sollen Teil einer Protestgruppe gewesen sein.

Fakt ist: es gibt am Rande solcher Veranstaltungen zunehmend Leute mit Presseausweis, die Portraitaufnahmen machen. Ob nun von AfD-Mitgliedern, die auf ihren Parteitag wollen oder von rechten Demonstranten, die ihr Grundrecht wahrnehmen. Diese Portraitbilder werden dann ins Netz gestellt. Dienen anderen wiederum als Arbeitsgrundlage. Staatlichen Ermittlern, die solche Portraitaufnahmen nur eingeschränkt machen dürfen. Oder sogenannten 'Recherchengruppen' der Szene, die eigene Nachforschungen anstellen. Und der Polizei bei ihren Ermittlungen - auch öffentlich - schon mal den Rang ablaufen.

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Angriff auf Fotografen: 'Gemeinsam Stark' Demo (09.04.2016, Magdeburg)

Ich habe sicher schon knapp ein Dutzend HogeSa, Kögiga, Legida, Pegida, Duigida Demonstrationen und Kundgebungen in den letzten eineinhalb Jahren erlebt. Aber die Versammlung von 'Gemeinsam Stark' am 09. April 2016 am Magdeburg Dom stellte alles in den Schatten. Bereits vor Beginn der Veranstaltung kam es zur Eskalation. Verantwortlich dafür nicht nur die angereisten rechten Demonstranten. Auch einige 'Journalisten', die sich kurz hinter den Zugangskontrollen gemeinsam postiert hatten, um jeden und jede abzulichten. Das gefiel den Jungs natürlich überhaupt nicht (siehe Video). Danach war an vernünftiges Arbeiten nicht mehr zu denken. Mehr zur Rolle der Kollegen demnächst in unserem Film 'Inside HogeSa'.



Die Veranstaltung selbst sprach für sich. Während der gesamten Demonstration bekamen es die Veranstalter von Gemeinsam Stark e.V. nicht in den Griff Rufe wie 'Frei, sozial und national' und 'Hier marschiert der nationale Widerstand' zu unterbinden. Dies räumten sie danach - in einem ihrer äußerst selten gegeben Interviews - ein. interpool.tv arbeitet momentan an einer Dokumentation über die Szene.

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Ordnertruppe gegen die Antifa: Wie Hooligans und Pegida zusammenarbeiten

SPORT INSIDE (28.02.2016 - 22:15 UHR - WDR) - HIER gehts zum Film!

Die Hooligan-Szene radikalisiert sich zusehends. Fanszenen eigentlich zerstrittener Vereine laufen gemeinsam als selbsternannte Patrioten mit bei Pegida-Kundgebungen. Experten sehen eine neue Dimension der rechten Politisierung der Szene. (Text WDR)
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Screenshot: Hooligans bei der wöchentlichen Demonstration von Pegida-NRW in Duisburg (14.12.2015) 

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Klare Kante: Loveparade 2010 - Vom Versagen der Justiz

von Fred Kowasch

Der Rucksack war gepackt, die kleine Kamera verstaut. Zehn Minuten Fussweg bis zum S-Bahnhof in Köln-Ehrenfeld, dann eine Stunde bis nach Duisburg. Im vollgepressten Zug? Bei dieser Wärme? Für ein paar bunte Bilder auf der Webseite?

Schließlich war es Bequemlichkeit, die mich an diesem 24. Juli 2010 davon abhielt, zur Loveparade zu fahren. Im WDR läuft die Übertragung doch auch. Als dann gegen 18 Uhr die ersten Eilmeldungen kamen, war es wie ein Schock. Dazwischen könntest Du auch stehen. Mit der Kamera. Was hätte ich gemacht? Gedreht? Geholfen?

loveparade trauerIn den Tagen danach der Versuch, das Geschehen zu rekonstruieren. Anhand von Videos, Augenzeugenberichten, Dokumenten. Vor Ort ein paar Filmaufnahmen. Ein, zwei Menschen sprechen mich an.

28 Schritte. Mehr sind es nicht. Von Tunnelwand zu Tunnelwand. Hier sollten Zehntausende von Menschen gleichzeitig hoch- und runtergehen? Wie soll das funktionieren? Wer hat diesen Wahnsinn genehmigt? Am Rande hängt ein handgeschriebenes Plakat: "Sauerland, Du bist ein Mörder".

Am Fuss der steilen Steintreppe, dort wo 21 Menschen starben, fällt mir ein Loch auf. Wie sich später herausstellt, hat darüber ein grosser Drahtzaun gelegen. In der Enge war dies wohl die tödliche Falle.

Fast sechs Jahre später lehnt das Duisburger Landgericht die Eröffnung eines Verfahren gegen zehn Beschuldigte ab (pdf). Weil die Staatsanwaltschaft so schlampig gearbeitet haben soll. Einen britischen Gutachter beauftragt hat, der die deutsche Sprache nicht spricht, deutsche Sicherheitsvorschriften nur ungenügend kennt.

Den sie obendrein für befangen hält. Und der in seiner Expertise nicht einem ernsthaft den Versuch unternommen hat, die Verantwortung der Polizeibeamten vor Ort zu klären. Die die Breite des Zuganges auf der Rampe mit Drahtzäunen noch verkleinert hatten. Weil sie Platz zum Abstellen ihrer Dienstfahrzeuge brauchten. Ist die Staatsanwaltschaft in Duisburg wirklich so unfähig? Oder wollte, durfte sie nicht ernsthaft in diese Richtung ermitteln?

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Duisburg, 24. Juli 2010 - Die Loveparade-Akten

loveparade 0502201123.08.2010 - (Reblog)
In Folge der Ereignisse auf der Loveparade am 24.07.2010 in Duisburg starben 21 Menschen. Mehrere Staatsanwälte ermitteln, unterstützt von über 60 Polizeibeamten. Im Raum steht der Vorwurf der 'fahrlässigen Tötung'. Nachdem bereits am 28.07.2010 das NRW-Innenministerium seine Sicht der Dinge verbreitete und Schaubilder und Skizzen zur Ansicht ins Internet stellte, veröffentlichte die Stadt Duisburg als oberste Genehmigungsbehörde am 03.08.2010 einen Zwischenbericht zum Ablauf der Geschehnisse in der Ruhrgebietsstadt.

Was in der veröffentlichten Version allerdings fehlt, waren die durchaus erkenntnisreichen Anlagen. Dokumente, von hoher Brisanz. So brisant, dass die Stadt Duisburg das Blog xtranews.de auf Unterlassung verklagte, als sie die Papiere online stellten.

Mittlerweile sind sie an verschiedenen Stellen im Internet wieder aufgetaucht. Selbstverständlich auch bei interpool.tv. Wir haben die Papiere einmal 'quergelesen'. Im Interesse der Öffentlichkeit stellen wir hier die relevantesten Dokumente zum Download zur Verfügung.

pdf Anlage 10 - Veranstaltungsbeschreibung
pdf Anlage 12 - Massnahmen Polizei
pdf Anlage 17 - Lopavent Besucherprognose
pdf Anlage 25 - Ablehnung Dressler
pdf Anlage 28 - Nachforderung fehlender Unterlagen
pdf Anlage 29 - Veranstaltungsbeschreibung 19.06.10
pdf Anlage 34 - Genehmigung Unterschreitung Fluchtwege
pdf Anlage 37 - Auslastungsmeldung
pdf Anlage 38 - Ereignisprotokoll (Seite 10-19)
pdf Anlage 39 - Sperre Zugang
pdf Anlage_59_Protokoll_der_Ortsbesichtigung_am_23072010
pdf Anlage_62_Einsatztagebuch_Ordnungsamt
pdf Anlage_68._Augenzeugenbericht

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Kino-Tipp: Spotlight (Oscar als Bester Film)

Grosser Film, Grosses Kino. Obwohl 'Spotlight' eher unspektakulär inszeniert ist. Eine ruhig erzählte, wahre Geschichte. Von fünf besessenen Journalisten des 'Boston Globe'. Die wühlen, graben, niemals aufgeben. Immer unterstützt von einem Herausgeber, der sich unerschrocken mit dem katholischen Klerus der Stadt anlegt. Und den es für solch eine Wahrheitsfindung braucht.

Der Film ist grandios umgesetzt. Hier stimmt jede Einstellung, jeder Schnitt! Nach gut zwei Stunden ist dieses Kino-Meisterwerk zu Ende. LEIDER! Doch irgendwie bringt einem dieser Spielfilm den Glauben an die verändernde Kraft von Journalismus wieder zurück.

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Berlin-Tipps

lifestyle 2

       
03.05. 20:00 Berghain: Venetian Snares, Nervy,  Rss Boys, Dis Fig (Techno) 25e
03.05. 20.00 Cassiopeia: Four Year Strong, Newdrive (Melodycore) 20e
03.05. 20:30 Frannz: Walking on Cars, Causes (Pop) 24e
03.05. 21:00 Bassy Club: Andy Frasco & the U.N. (Bluesrock)
03.05. 22:00 Koma F: Aguirre, Dis-Disaster (Sludge, Doom) 
03.05. 22:00 Wild At Heart: The Rumjacks (Folkpunk)

04.05. 20:00 Bunte Kuh: Babsi Tollwut, Haszcara, Meesu, Lady Lazy, Yansn, Mc Josh & Nash. (Hip Hop) 5e
04.05. 20:30 Cassiopeia: Rotten Sounds, Abigail Williams, Cult Leader (Grind Crust, Black Metal)19e
04.05. 21:00 Berghain / Kantine: Gaika, Ben Jackson,  Dreea  (Grime, Dancehall, HipHop) 15e
04.05. 21:00 Bei Ruth:  Wrekmeister Harmonies, Growth
04.05. 21:00 TWH: Coltsblood, Hermann (Doom, Slugde)
04.05. 21:00 Urban Spree: The Hacklers (Rocksteady, 2Tone Ska) 10e

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Open Air Festivals 2016 - Ein Überblick

24./25.Juni 
Kosmonaut - Stausee Rabenstein/ Chemnitz
rockfestival glienkosmonaut-festival.de
(Caspar, Feine Sahne Fischfilet, Frittenbude)

24./25.Juni
This Is Ska - Wasserburg Roßlau/ Dessau
this-is-ska.de

1./2./3.Juli 
Summerjam - Fühlinger See, Köln
summerjam.de
(Akua Naru, Alborosie, Chronixx)

7./8./9./10.Juli 
Feel Festival - Bergheider See /Finsterwalde
feel-festival.de

8./9./10.Juli 
Splash - Ferropolis, Gräfenhainichen
www.splash-festival.de/

14./15./16.Juli
Back To Future - Glaubitz/Riesa
back-to-future.com
(Oxo 86, Slime, Die Kassierer)

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