Rumänien

Rumänien wird bei der EURO 2008 in der "Hammergruppe" C mit Weltmeister Italien, Vize-Weltmeister Frankreich und den Niederlanden spielen. Obwohl auf dem Papier Außenseiter, sollte Rumänien nicht unterschätzt werden. Die Nachfolger von Rekordnationalspieler Georghi Hagi spielten eine beeindruckende EM-Qualifikation und verloren in zwölf Spielen nur einmal, in Bulgarien 0:1 am vorletzten Spieltag. Gegen die Niederlande kassierten sie in 180 Minuten kein Gegentor. 

 

EM-Quartier: Hotel: Säntispark, St. Gallen, Trainingsplatz: Espenmoos, St. Gallen/ Schweiz

 

 

Das EM Aufgebot:
Tor: 1 Bogdan Lobont (Dinamo Bukarest), 23 Eduard Stancioiu (CFR Cluj), 12 Marius Popa (Politehnica Timisoara)
Abwehr: 2 Cosmin Contra (FC Getafe), 4 Gabriel Tamas (AJ Auxerre), 13 Cristian Sapunaru (Rapid Bukarest), 15 Dorin Goian, 14 Sorin Ghionea (beide Steaua Bukarest), 17 Cosmin Moti (Dinamo Bukarest), 22 Stefan Radu (Lazio Rom), 3 Razvan Rat (Schachtjor Donezk)
Mittelfeld: 7 Florentin Petre (ZSKA Sofia), 8 Paul Codrea (AC Siena), 6 Mirel Radoi, 20 Nicolae Dica, 16 Banel Nicolita (alle Steaua Bukarest), 19 Adrian Cristea (Dinamo Bukarest), 11 Razvan Cocis (Lokomotive Moskau), 5 Cristian Chivu (Inter Mailand)
Angriff: 10 Adrian Mutu (AC Florenz), 9 Ciprian Marica (VfB Stuttgart), 21 Daniel Niculae (AJ Auxerre), 18 Marius Niculae (Inverness Caledonian Thistle)


Trainer: Victor Piţurca 

EM-Quartier: Hotel: Säntispark, St. Gallen, Trainingsplatz: Espenmoos, St. Gallen/ Schweiz

Rumänien wird bei der EURO 2008 in der "Hammergruppe" C mit Weltmeister Italien, Vize-Weltmeister Frankreich und den Niederlanden spielen. Die Nachfolger von Rekordnationalspieler Georghi Hagi spielten eine beeindruckende EM-Qualifikation und verloren in zwölf Spielen nur einmal, in Bulgarien 0:1 am vorletzten Spieltag. Gegen die Niederlande kassierten sie in 180 Minuten kein Gegentor.

 

Rumäniens Star Adrian Mutu, lange Zeit für seinen unsteten Lebenswandel gefürchtet, hat sich beim AC Florenz zu einer absoluten Führungspersönlichkeit entwickelt. Mit 17 Toren in der Serie A sowie sechs Treffern im UEFA-Pokal ist er maßgeblich am guten Abschneiden der "Fiorentina" in der Saison 2007/08 beteiligt. Trainer Piţurcă, ein ehemaliger Nationalstürmer kann nun da anknüpfen, wo er vor acht Jahren aufhören musste. Denn nach der erfolgreichen Qualifikation für die EURO 2000 in der Niederlande/Belgien wurde er entlassen. Von seiner damaligen Mannschaft sind noch fünf Spieler dabei: Chivu, Cosmin Contra, Bogdan Lobonţ, Adrian Mutu und Florentin Petre.

 

Anfang des 20. Jahrhunderts übernahm Rumänien mit seinem 1908 gegründetem Verband eine Vorreiterrolle in Osteuropa bei der Verbreitung des Fußballsports. Maßgeblich unterstützt von König Karl II., der als Geldgeber fungierte, nahm Rumänien an der ersten Weltmeisterschaft 1930 in Uruguay teil. Die Auftaktpartie gegen Peru wurde 3:1 gewonnen, dann mußte man gegen Gastgeber und späteren Weltmeister mit 0:4 den Kürzeren ziehen. Das Abenteuer war beendet. Auf den Geschmack gekommen, nahm das Land der Karpaten auch an den Weltmeisterschaften 1934 und 1938 teil. In Italien scheiterten sie im Achtelfinale an der Tschechoslowakei. Unglücklicher das Aus vier Jahre später in Frankreich. Gegen Kuba stand es im Achtelfinale nach der Verlängerung 3:3. Das damals noch ausgetragene Wiederholungsspiel ging verloren. 

 

Das war es dann auch an bedeutenden Auftritten für lange Zeit. Erst 1970 gab es in Mexiko ein Wiedersehen mit der Weltelite. Gegen England und Brasilien gab es in der Vorrunde nichts zu bestellen, immerhin konnte die CSSR durch 2:1 in der Tabelle hinter sich gelassen werden.

 

Erstmals an einer Endrunde der Europameisterschaft nahm Rumänien 1984 in Frankreich teil. Die Gruppe mit Spanien, Portugal und Deutschland wurde als Letzter beendet. Ein Aufschwung war aber auf allen Ebenen sichtbar. 1986 gewann Steaua Bukarest gar den Europapokal der Landesmeister und zog drei Jahre später noch mal ins Finale ein. Das große Jahrzehnt der Rumänen mit Stars wie Haghi, Lacatus oder Popescu begann 1990 mit der Weltmeisterschaft in Italien. Nach einem 2:0 über die UdSSR und einem Unentschieden gegen Weltmeister Argentinien ging es im Achtelfinale gegen Irland. Nach 120 minütiger Nullnummer patzte Timofte beim letzten Elfmeter.

 

Das Team um "Karpaten-Maradona" Gheorge Haghi spielte auch 1994 in den USA eine gute WM. Siege über Kolumbien und Gastgeber USA brachten die Mannschaft ins Achtelfinale gegen Argentinien, wo ein sensationelles 3:2 die nächste Runde sicherte. Der späte Ausgleich von Florin Raducioiu, ermöglichte die Verlängerung gegen starke Schweden. Nach einem weiteren Tor auf jeder Seite ging es ins Penaltyschießen. Es bedeutete mal wieder das Ausscheiden für dieses spielerisch talentierte Team. Die nächste EM 1996 in England verlief weniger erfolgreich. Frankreich, Spanien und Bulgarien erwiesen sich in der Gruppenphase als zu stark. Die Blamage mit drei Niederlagen konnte bei der WM 1998 ausgewetzt werden. Als Gruppensieger über England, Kolumbien und Tunesien ging es ins Achtelfinale gegen Kroatien. Ein Elfmetertor von Suker beendete alllerdings die rumänischen Träume.


In der Gruppenphase 2000 traf Rumänien als krasser Außenseiter auf England, Deutschland und Portugal. Nach einem Unentschieden gegen Deutschland und einer Niederlage gegen Portugal konnten sich die Rumänen im letzten Gruppenspiel gegen England mit 3:2 durchsetzen. Den entscheidenden Treffer gegen England erzielte Ioan Ganea in der 89. Minute. Damit erreichte man die Play Offs wahrlich in letzter Minute. Dies war gleichzeitig der erste Sieg bei einer Europameisterschaftsendrunde. 1984 und 1996 ebenfalls qualifiziert, mußte Rumänien jeweils sieglos nach der Vorrunde nach Hause fahren. Im 2000er Viertelfinale gegen Italien kam allerdings das Aus. Nach Toren von Francesco Totti (33.) und Filippo Inzaghi (43.) verlor Rumänien mit 0:2. Das "Goldene Jahrzehnt" vorbei, die folgenden WM- und EM-Endrunden verfolgte Rumänien vom heimischen Bildschirm.

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