Rußland

EM-Quartier: Hotel: Der Krallerhof, Leogang, Trainingsplatz: Sportanlage Leogang/ Österreich

 

Dass Rußland bei der EM Endrunde vertreten ist, basiert weniger auf der eigenen Leistung, vielmehr ist es dem Unvermögen der Engländer zu verdanken. Als die "Sbornaja" im Oktober 2007 die "Three Lions" schlug, war die Qualifikation für Österreich so gut wie sicher. Doch denkste. Rußland verlor prompt das nächste Spiel in Israel und war "raus". Erst der phänomenale Sieg der schon qualifizierten Kroaten in England brachte die Russen in Vorteil. Dieses Geschenk wurde beim hoffnungslosen Tabellenletzten Andorra fast noch verspielt. Ein qualvolles 1:0 sicherte dann doch das EM-Ticket.

EM Kader: 

Tor: 1 Igor Akinfeev (ZSKA Moskau), 16 Vyacheslav Malafeev (Zenit St Petersburg), 12 Vladimir Gabulov (Amkar Perm)
Abwehr: 4 Sergey Ignashevitch (ZSKA Moskau), 5 Aleksey Beresutskiy (ZSKA Moskau), 2 Vassily Beresutskiy (ZSKA Moskau), 22 Aleksandr Anyukov (Zenit St Petersburg),8  Denis Kolodin (Dynamo Moskau), 3 Renat Janbayev (Lokomotive Moskau)

Mittelfeld: 15 Diniyar Bilyaletdinov (Lokomotive Moskau), 18 Yuriy Zhirkov (ZSKA Moskau), 20 Igor Semshov (Dynamo Moskau), 7 Dmitri Torbinskiy (Lokomotive Moskau), 23 Vladimir Bystrov (Spartak Moskau), 17 Konstantin Zyryanov (Zenit St Petersburg), 14 Roman Shirokov (Zenit St. Petersburg), 11 Sergey Semak (Rubin Kazan), 13 Oleg Ivanov (Krylia Sovjetov Samara)

Angriff: 10 Andrey Arshavin (Zenit St Petersburg),  19 Roman Pavlyuchenko (Spartak Moskau), 21 Dmitri Sychev (Lokomotive Moskau), 6 Roman Adamov (FK Moskau), 9 Ivan Saenko (1. FC Nürnberg)

Trainer: Guus Hiddink

 

EM-Quartier: Hotel: Der Krallerhof, Leogang, Trainingsplatz: Sportanlage Leogang/ Österreich

 

Dass Rußland bei der EM Endrunde vertreten ist, basiert weniger auf der eigenen Leistung, vielmehr ist es dem Unvermögen der Engländer zu verdanken. Als die "Sbornaja" im Oktober 2007 die "Three Lions" schlug, war die Qualifikation für Österreich so gut wie sicher. Doch denkste. Rußland verlor prompt das nächste Spiel in Israel und war "raus". Erst der phänomenale Sieg der schon qualifizierten Kroaten in England brachte die Russen in Vorteil. Dieses Geschenk wurde beim hoffnungslosen Tabellenletzten Andorra fast noch verspielt. Ein qualvolles 1:0 sicherte dann doch das EM-Ticket.

 

Die Ausscheidungsrunde für 2008 ist fast exemplarisch für den russischen Fußball der letzten Jahrzehnte. Spielerisch und technisch beschlagen kann die "Sbornaja" jeden Gegner der Welt besiegen - wenn es um nichts geht. In wirklich entscheidenden Situationen oder Spielen fehlt die Abgeklärtheit, der absolute Siegeswille, der Drang zum Tor. Die letzte EM 2004 in Portugal verlief nach ähnlichem Muster. Der spätere Europameister Griechenland wurde in der Gruppenphase geschlagen. Brachte aber nichts, da man schon zwei Niederlagen gegen Spanien und Portugal auf dem Konto hatte.

 

Einzige Ausnahme in der Flut von Pannen ist der Gewinn des Europapokals der Nationen 1960, damals noch als Sowjetunion. Die Mannschaft um den legendären Torhüter Lew Jaschin besiegte in Paris Jugoslawien durch ein Tor von Ponedjelnik in der Verlängerung. Vier Jahre später konnte erneut das Endspiel des Vorläufers unserere heutiger EM erreicht werden. Gastgeber Spanien erwies sich in Madrid jedoch zu stark und gewann 2:1. In dieser Zeit gehörte die UdSSR zur erweiterten Weltspitze im Fußball. Das WM-Debüt 1958 verlief trotz des 0:2 im Viertelfinale gegen Gastgeber Schweden erfreulich. Immerhin schaltete die Sowjetunion in der Gruppenphase England mittels Entscheidungsspiel aus.

 

1966 der größte Erfolg bei einer Weltmeisterschaft. Nach Siegen über Nordkorea, Italien, Chile und Ungarn stand das Halbfinale gegen Deutschland an. Keeper Jaschin verhinderte eine höhere Niederlage als das 1:2. 1970 in Mexiko reichte es noch für das Viertelfinale, in der Verlängerung unterlag man Uruguay 0:1. Immerhin eine sportliche Niederlage. Zwei Jahre zuvor, bei der ersten Europameisterschaft, verlor die UdSSR ihr Halbfinale gegen Italien im damals noch praktizierten Losentscheid.

 

Bei der zweiten EM 1972 zog die Sowjetunion mal wieder ins Finale ein, unterlag Deutschland jedoch deutlich 0:3. Zur WM 1974 trat die SU in der Qualifikation in Chile nicht an. Verständlicher Grund: In dem vorgesehenen Stadion folterte und mordete kurze Zeit vorher das durch einen Putsch an die Regierung gekommene Militär. Erst zur WM 1982 war die "Sbornaja" wieder dabei. In der zweiten Finalrunde mußte man sich aufgrund des schlechteren Torverhältnisses Polen, die die Sympathien der Öffentlichkeit aufgrund ihres Freiheitswillens gegenüber der SU hatten,  beugen. Bei der WM 1986 verhinderte mal wieder eine verlorene Verlängerung im Achtelfinale gegen Belgien ein weiteres Vordringen.

 

In Deutschland 1988 hatte die Sowjetunion  eine tolle Truppe um Torwart Rinat Dassajew und Stürmer Igor Belanow beisammen. Nach einem 2:0 über Italien zogen sie ins Finale ein. Dort wartete Holland, welches in der Vorrunde durch ein Raz-Tor bezwungen wurde. In einem temporeichen Spiel verlor die "Sbornaja" wieder einmal kurz vor dem großen Ziel. Großchancen, vor allem in der ersten halben Stunde, wurden vergeben, selbst einen Elfmeter konnte Belanow in der zweiten Halbzeit nicht verwandeln. Da führten die Niederländer allerdings schon durch Gullit und van Bastens "Jahrhundertschuß".   

 

Nach dem Zusammenbruch des kommunistischen Systems und der Abspaltung verschiedener Unionsrepubliken blieben die Erfolge  in den 1990er Jahren aus. Zwar qualifizierte man sich auch ohne ukrainische und georgische Spieler für die großen Turniere, in der Gruppenphase war dann aber meist ein desaströses Ende zu verzeichnen. So kam 1994 bei der WM in den USA ein 6:1 über Kamerun zu spät, da die zwei Niederlagen schon im Klassement standen. 2002 konnte ein 2:0 gegen Tunesien im Auftaktspiel nicht bestätigt werden, zwei Niederlagen folgten - Abflug.

 

Einen Aufschwung kann dem russischen Fußball im neuen Jahrtausend zumindest auf Klubebene bescheinigt werden. Schwerreiche Unternehmer investieren in die heimischen Vereine, so dass sich viele osteuropäische Spitzenspieler in der russischen Liga tummeln. Selbst brasilianische Nationalspieler der zweiten Garnitur verdienen nicht nur Kopeken in Moskau oder St. Petersburg. Mit dieser Vereinspolitik konnten 2005 ZSKA Moskau und 2008 Zenit St.Petersburg den UEFA-Cup gewinnen.

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