Blog: Die Corona-Krise - #boykottadidas

von Fred Kowasch

29.03.2020

Kasper Rorsted - Vorstandsvorsitzender von adidas - gibt sich gern dynamisch, sportlich und modern. Souverän 'bespielt' Rorsted und sein Team die sozialen Kanäle. Ergänzt wird diese Öffentlichkeitsstrategie durch wohlwollend gehaltene 'Gespräche', vorzugsweise im FAZ-Wirtschaftsteil. Dies ändert sich gerade. globale spieler adidas fussballschuhDenn über Rorsted und seinem Konzern tobt ein wahrer Twitter-'Tsunami'.

Immer mehr Menschen rufen aktuell zum Boykott der drei Streifen auf. Manch einer steckt sein Trikot publikumswirksam in die Tonne, um es gleich darauf anzuzünden. Die Flamme lodert. Fast wie bei Olympia. Die Wut kennt - fast - keine Grenzen mehr. Hintergrund ist: der Weltkonzern mit einem Jahresumsatz (2019) von mehr als 23 Milliarden Euro (und fast zwei Milliarden Gewinn) will die Miete für seine Verkaufsfillialen nicht mehr zahlen. Weil es in Zeiten von Corona via Publikum nichts mehr zu verkaufen gibt.

Möglich macht dies auch ein Beschluss der Bundesregierung. Die Stundung der Miete war eigentlich für kleine, nicht solvente Mieter gedacht. Der massiven Imageschaden wird adidas jedoch ein Vielfaches kosten. Dies ist schon mal abzusehen. Wer demnächst noch adidas trägt, ist dann einfach asozial. Warum nicht noch mehr adidas-Produkte verbrennen?! Ein paar Sneaker im Schrank habe ich noch. Die haben eh nix getaugt. 

28.03.2020
chillen in der sonneDie Beschränkungen des öffentlichen Lebens sollen noch mehr als drei Wochen - bis zum 20. April - aufrechterhalten werden. Dies sagte Kanzleramtsminister Helge Braun dem 'Tagesspiegel'.

Beschränkungen? Als ich gestern eine Runde mit dem Mountainebike an der Wupper drehte, sah ich Straßenverkehr wie sonst immer. Musste minutenlang warten bis ich - zum Beispiel - eine Straße überqueren konnte. Unterwegs waren zahlreiche Gruppen rüstiger Rentner. Fast alles mit E-Bike. Nagelnew. Sicher, 16 Grad und Frühlingssonne - doch so viele hatte ich noch nie gesehen.

Aus Berlin Berichte, dass sich die Hipster jetzt vorzugsweise am 'Späti' tummeln oder auf den Bänken vor geschlossenen Kneipen sitzen. Mittlerweile hat die Stadt verfügt, dass Parkbänke gesperrt werden. Auf einer Decke allein im Park sitzen, geht - in der ach so lässigen Hauptstadt - auch nicht mehr. Sonst kommt das Ordnungsamt.

Was Letzteres bringt? Keine Ahnung! Berlin und seine Ämter. Ein Alptraum für viele. Die Behörden kriegen es zum Beispiel nicht mal hin, bei den Gesundheitsämtern einen Telefondienst für das Wochenende einzurichten. Obwohl auch in Berlin die Fallzahlen ständig steigen.

Heidi Klum, Oliver Pocher, Friedrich Merz. Was macht sie so besonders? Sie haben alle einen Coronatest gemacht. Nur: wie kommt der 'gemeine' Bürger aktuell an so was ran? Fragen über Fragen. Auf die es gerade keine eineindeutigen Antworten gibt.

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'Sport inside': Das Coronavirus und die Reaktion der Sportverbände (30 min, WDR)

Plötzlich hatte Fußball-Bundestrainer Joachim Löw seine menschliche Seite entdeckt. Passend zu einem PR-Termin. Im Hintergrund wirkt Oliver Bierhoff, der öffentlichkeitswirksam auf Gehalt verzichten will. Ach, Gottchen. Was für 'Raffzähne' da das grosse Rad drehen, zeigten auch die Auftritte von 'Andi' Watzke (BVB) und Karl-Heinz Rummenigge (Bayern) in den letzten Tagen. Dass Jammern der Profivereine in der Corona-Krise - nur noch absurd. Selten haben sie sich so entblösst. Immerhin: die Fußball-EM wurde ins nächste Jahr geschoben. Und: Olympia in Tokio wird es 2020 nicht geben. Punkt. Da kann der IOC-Chef sich noch so sehr winden. Es gibt Wichtigeres. 'Sport inside' mit einer sehenswerten Bestandsaufnahme. ENDLICH wieder einmal!

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ARD-Presseclub: Strategien gegen Corona - Hat die Regierung die Krise im Griff?

Langsam entwickelt sich der ARD-Presseclub wieder zu einer ernstzunehmenden Sendung. Bei der der Zuschauer Hintergründe erfährt, bei der Fragen von Bedeutung gestellt werden. Zum Beispiel: warum wurde in NRW nicht früher gehandelt? Vor dem Fasching, als noch Zeit war? Warum ist der Landkreis Heinsberg bis heute nicht abgesperrt? Warum gibt es dort keine Ausgangssprerre? Welchen Sinn macht die deutsche Zwergenstaatlichkeit, wo jeder vor sich hin organisiert, aber nach bestimmter Zeit dann doch alle das Selbe tun? Wann werden die Grenzen dicht gemacht? Wird es so schlimm wie in Italien? Die Antworten sind nicht ermutigend. Doch darum geht es im Journalismus nicht.

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Himmlisch. Diese Ruhe. Über 90 Minuten lang. Eine Polemik

von Fred Kowasch

Diese Ruhe. Himmlisch. Über 90 Minuten lang. Attraktiver Fußball mit sieben Toren. Die Kommandos der Spieler: gut zu verstehen. Sogar dem Schiedsrichter konnte man lauschen. Dienstag Abend, 'Mestalla' - Valencias legendäres Stadion. Rückspiel im Achtelfinale der Champions League.

Mal innehalten. Mal keine nervenden Dauergesänge aus der Ultrakurve. Endlich kein begalisches Feuer mehr, keine Choreografie mit Fähnchenschwingen, Plastik hochhalten oder papiernen Luftschlangen. Das Spiel als reines Fußballerlebnis. Ästhetisch, pur, einfach schön. Könnte es nicht so immer sein?!
geld schiesst tore 3 1In Zeiten der 'Geisterspiele' könnten sich die vor Kraft strotzenden jungen Leute (die 'Ultras') auch mal mit etwas Sinnvollem beschäftigen. Ein gutes Buch lesen, zum Beispiel. Oder für Omi und Opi einkaufen gehen. Denn die brauchen solche Unterstützung gerade jetzt. Wo bei jedem Gang in die Öffentlichkeit jetzt eine mögliche Ansteckung mit dem lebensgefährlichen Coronaviren droht. 

Nun ist Dummheit leider weit verbreitet. Und - in der Regel - grenzenlos. In Valencia mussten vor dem Stadion unbedingt ein paar 'Fredels' zündeln. Einen Tag später haben sich in Mönchengladbach - vor dem Derby unter Zuschauerausschluss - 500 Borussia-Ultras versammelt. Um den Mannschaftsbus mit etwas Pyrotechnik und ein wenig Gesang zu empfangen. "Schwarz-weiss-grün bis in den Tod ...."  

'Herr, schick Hirn'. Auf dass diese schlichten Gemüter irgendwann einmal Erleuchtung erfahren ....

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