Dokumentarfilm: 'Inside HogeSa' - Über die politische Radikalisierung der Hooligans (92 min, 2018)

'Inside HogeSa' ist eine Dokumentation, die der Frage nachgeht: welche Folgen hatte die Demonstration der 'Hooligans gegen Salafisten' (HogeSa) vom 26.Oktober 2014 in Köln? Als 5.000 Menschen auf die Straße gingen. Was wurde aus den Protagonisten? Ausführlich kommen Beteiligte zu Wort. Unter Ihnen Hools und Mitglieder des 'HogeSa'-Teams. Aber auch Fanforscher, Politikwissenschaftler, 'Pegida'-Organisatoren.

'Inside HogeSa' - Von der Strasse ins Parlament from interpool.tv on Vimeo.

Dreieinhalb Jahre lang haben wir an dem Thema gearbeitet. Dutzende Kundgebungen und Demonstrationen besucht. Vor Ort mit den Beteiligten gesprochen. Entstanden ist ein 92 Minuten langer Dokumentarfilm, der einen Einblick in eine Szene gibt, den es so noch nicht gab. Wem der Trailer gefällt, kann sich gern den kompletten Film ansehen. Er kostet 4,99 (Ausleihe 48 Stunden) und 9,99 Euro (all). Wir haben die Dokumentation mit insgesamt 10.000 Euro selbst finanziert. Auf Crowdfunding, Filmfördergelder oder eine Co-Finanzierung öffentlich-rechtlicher TV-Sender wurde - aus Gründen der redaktionellen Unabhängigkeit - verzichtet.

Hinweis: wer den Film kauft, bekommt zahlreiche ungeschnittene Interviews zu sehen. Und einen 20 Minuten längeren 'Directors Cut' des Filmes, an dem wir gerade noch arbeiten.

WM 2014: Ist Rio sicher?

nachts in rio
von Fred Kowasch

Sie kommen im Morgengrauen. Mit Sturmgewehren und Panzerfahrzeugen. Im Schlepptau die Presse. Es sind immer die gleichen Bilder, wenn das brasilianische Militär in Rios Favelas einrückt. In der Regel wissen die Anwohner Bescheid. Weil es Tage vorher in der Zeitung steht. Die Drogendealer sind längst über alle Berge, sprich in anderen Armenviertel der acht-Millionen-Metropole am Atlantik aktiv.

An die 30 Favelas gelten mittlerweile als 'befriedet'. Rio hat - geschätzt - fast 1.000. Es ist mittlerweile fast so etwas wie ein Touristensport geworden: ein Rundgang durch eine der Armensiedlungen. In der Regel passiert dies nur in Santa Marta, die mitten in der als sicher geltenden Zona Sul liegt. Man kann verstehen, dass dieser zooähnliche Rundgang nicht von allen Anwohnern mit Freude betrachtet wird.

Ist Rio sicher? An einigen Stellen schon. Wer sich am Freitag/Samstag Abend ins Vergnügungsviertel nach Lapa aufmacht, sollte jedoch Einiges beachten. Keine Kameras und Handys, keine Kreditkarten, wenig Bargeld. Besser ist es auch ein Taxi zu nehmen. Auch wenn die in Rio gern mal ein paar Umwege fahren, wenn sie merken, dass ein Tourist als Fahrgast zugestiegen ist.

Vergessen sollten man von vorherein, dass man in der künftigen WM- und Olympiametropole mit Englisch weiterkommt. In Rio spricht fast niemand eine andere Spache außer Portugiesisch. Selbst ein paar Euros oder Dollars zu tauschen gerät hier zu einer stundenlangen Odyssee. Nur einige wenige Läden auf der Innenstadtmeile Rio Branco bieten diesen Service an. Wer in Rio einen Stadtplan sucht, sollte sich gleich am Ausgang vom Flughafen mit einem Faltplan eindecken. Sonst auch da: Fehlanzeige.

rio lapa nachtsWenn man diese Sachen berücksichtigt - beim Baden seine persönlichen Sachen gar nicht erst mit zum Strand oder (wenn dann) mit ins Wasser nimmt - wird eine Stadt entdecken, die es aufregender auf diesen Planeten kaum gibt. Eine Metropole der krassen Gegensätze: hier die Favela, ein paar Meter weiter der Golfclub. Menschen, die Abends auf den Strassen liegen, - um die Ecke die knallbunten Fliesen auf den Treppen von Lapa. Mit hundertzehn - unangeschnallt - im Bus durch die hupende Innenstadt. Ein paar Kilometer abseits, der grösste Regenwald in einer Millionenstadt. Wasserfälle und ENDLICH Ruhe. Auf gehts. In Rio gibt es viel zu entdecken!

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