Film-Premiere: 'Inside HogeSa' - Von der Strasse ins Parlament (Dokumentarfilm, 100 min, 2018)

'Inside HogeSa' ist eine Dokumentation, die der Frage nachgeht: welche Folgen hatte die Demonstration der 'Hooligans gegen Salafisten' (HogeSa) vom 26.Oktober 2014 in Köln? Als 5.000 Menschen auf die Straße gingen. Was wurde aus den Protagonisten? Ausführlich kommen Beteiligte zu Wort. Unter Ihnen Hools und Mitglieder des 'HogeSa'-Teams. Aber auch Fanforscher, Politikwissenschaftler, 'Pegida'-Organisatoren.

'Inside HogeSa' - Von der Strasse ins Parlament from interpool.tv on Vimeo.

Dreieinhalb Jahre lang haben wir an dem Thema gearbeitet. Dutzende Kundgebungen und Demonstrationen besucht. Vor Ort mit den Beteiligten gesprochen. Entstanden ist ein 100 Minuten langer Dokumentarfilm, der einen Einblick in eine Szene gibt, den es so noch nicht gab. Wem der Trailer gefällt, kann sich gern den kompletten Film ansehen. Er kostet 4,99 (Ausleihe 48 Stunden) und 9,99 Euro (all). Wir haben die Dokumentation mit insgesamt 10.000 Euro selbst finanziert. Auf Crowdfunding, Filmfördergelder oder eine Co-Finanzierung öffentlich-rechtlicher TV-Sender wurde - aus Gründen der redaktionellen Unabhängigkeit - verzichtet.

Hinweis: wer den Film kauft, bekommt in den nächsten Wochen noch zahlreiche ungeschnittene Interviews zu sehen. Sowie Szenen, die nicht Eingang in die Doku fanden.

Der Gaza-Rückzug

kai18.08.2005 - 17:39 Uhr (Ortszeit) -
Die Synagoge wird geräumt. Die israelischen Behörden haben zwei Kräne aufgestellt, an denen sie Container mit Polizisten zum Dach herabläßt. Das Erdgeschoß und der erste Stock des Gebäudes sind bereits geräumt. Bisher gab es rund 100 Festnahmen. Ich konnte beobachten wie ein Siedler von einem Polizisten abgeführt wurde. Arm in Arm - beide weinten.
18.08.2005 - 17:39 Uhr (Ortszeit)
- Die Synagoge wird geräumt. Die israelischen Behörden haben zwei Kräne aufgestellt, an denen sie Container mit Polizisten zum Dach herabläßt. Das Erdgeschoß und der erste Stock des Gebäudes sind bereits geräumt. Bisher gab es rund 100 Festnahmen. Ich konnte beobachten wie ein Siedler von einem Polizisten abgeführt wurde. Arm in Arm - beide weinten.

18.08.2005 - 13:09 Uhr (Ortszeit) - Wir sind seit rund eineinhalb Stunden in dieser Siedlung. Sie gilt als Aufenthaltsort der militanten Gaza-Rückzugs-Gegener. In Kfar Darom haben rund 300 Demonstranten eine Synagoge besetzt. Einige von ihnen stehen auf dem Dach. Die Türen sind verschlossen, so daß israelische Armee und Polizei keinen Zugang zu diesem Gebäude findet. Noch ist die Lage relativ ruhig. Wir harren der Dinge.

17.08.2005 - 12:27 Uhr (Ortszeit) - Die Situation ist ruhig. Die Soldaten gehen von Haus zu Haus. Sie fordern die noch verbliebenen Siedler auf ihre Unterkünfte zu verlassen. Von meinem Haus sind sie jetzt noch 100 Meter entfernt.

16.08.2005 - 22:12 Uhr (Ortszeit) - Die Räumung beginnt. Zwei Stunden vor Ende der offiziellen Frist um Mitternacht. Israelische Polizei und das Militär sind in die Siedlung eingedrungen. Zahlreiche Autoreifen und Mülltonnen brennen.

16.08.2005 - 12:55 Uhr - Im Umfeld dieser kleinen Siedlung Bedolach spitzt sich die Situation zu. Nachdem die rund 500 Demonstranten Mülleimer an einer Straßenbarrikade angezündet hatten, setzte die israelische Armee einen Wasserwerfer ein. Es fliegen Glasflaschen, danach greifen Siedler einen Polizeifotografen mit Ammoniak an.

Gegen 7 Uhr am Morgen hatten in Neve Dekalim Grenzpolizisten das Tor zur Siedlung aufgesägt. Von dem Geräusch aufgeweckt, wuchs die Zahl der Demonstranten rasch an. Die Proteste blieben im Rahmen.

15.08.2005 - 14:29 Uhr - Die Situation ist angespannt, wenngleich auch sehr ruhig. Bisher sind keine Panzer in der Siedlung, die Polizei hat einen Kordon um Neve Dekalim gezogen. Am Morgen hat es ein wenig Unruhe an einer kleinen Barrikade gegeben. Einen angezündeten Haufen von Müll und drei brennende Autoreifen. Gegen 7 Uhr kamen zwei Busse mit Journalisten, die sich hier in den nächsten 48 Stunden aufhalten werden. Der Supermarkt hier wurde gestern Abend neu beliefert. In der Siedlung Kfar Darom haben israelische Soldaten am Sonntag aus Versehen einen eigenen Offizier erschossen. Dort harren noch rund 400 Siedler aus, die als militant gelten.

14.08.2005 - 22:48 Uhr - Es war ein aufregender Tag. Heute die STERN-Kollegen im Auto in eine andere jüdische Siedlung gebracht. Dort wollen sie morgen arbeiten, obwohl der Fotograph keine Genehmigung für Außenaufnahmen bekommen hat. Dann drohte die israelische Armee damit, unsere Fahrzeuge zu beschlagnahmen. Also das Auto raus aus dem Gaza-Streifen gebracht, auf israelischer Seite abgestellt. Dann wieder zurück nach Neve Dekalim. Drei Kilometer zu Fuß, zum Schluß haben mich israelische Siedler zu meiner Unterkunft gefahren. Hier ist die Situation entspannt, rund 5000 Demonstranten sind anwesend. Ab 0:00 Uhr bin ich hier illegal. Am Morgen wird dann die Armee und die Polizei durch die Siedlungen gehen. Wer nach 48 Stunden hier immer noch ist, bekommt seine Sachen nicht mehr. Ich will am Dienstag gehen.

13.08.2005 - Heute war "Schabbat". Da ruht in Israel bis Sonnenuntergang alles. Bin gegen fünf Uhr Morgens zu drei Siedlungen in den nördlichen Teil des Gaza-Streifens gefahren. Dort sind die Häuser zur Hälfte leer und markiert.

Dann einen ehemaligen israelischen Soldaten getroffen, der sich an den Protesten gegen den Rückzug beteiligt. Er sagte mir, daß es für die Palestinenser schon ein militärischer Sieg wäre, wenn sich Israel aus dem Gaza-Streifen zurückzieht. Aber auch daß die Armee Gaza "nicht hätten halten können".

12.08.2005 - Die Situation ist ruhig. Nur ein wenig Maschinengewehrfeuer war am Morgen in der israelischen Siedlung Neve Dekalim im südlichen Gazastreifen zu hören. Nur wenige Siedler haben bisher ihre Sachen gepackt, um den Gaza-Streifen zu verlassen. Die in Neve Dekalim lebenden rund 3500 Siedler müssen bis zum 14. August 2005 23:59 Uhr ihre Häuser geräumt haben. Journalisten-Kollegen erzählen von durchstochenen Reifen ihrer Fahrzeuge. Rund 1 000 Panzer und 40 000 Soldaten stehen bereit, um die Räumung des Gaza-Streifens durchzuführen.

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