Dokumentarfilm: 'Inside HogeSa' - Über die politische Radikalisierung der Hooligans (92 min, 2018)

'Inside HogeSa' ist eine Dokumentation, die der Frage nachgeht: welche Folgen hatte die Demonstration der 'Hooligans gegen Salafisten' (HogeSa) vom 26.Oktober 2014 in Köln? Als 5.000 Menschen auf die Straße gingen. Was wurde aus den Protagonisten? Ausführlich kommen Beteiligte zu Wort. Unter Ihnen Hools und Mitglieder des 'HogeSa'-Teams. Aber auch Fanforscher, Politikwissenschaftler, 'Pegida'-Organisatoren.

'Inside HogeSa' - Von der Strasse ins Parlament from interpool.tv on Vimeo.

Dreieinhalb Jahre lang haben wir an dem Thema gearbeitet. Dutzende Kundgebungen und Demonstrationen besucht. Vor Ort mit den Beteiligten gesprochen. Entstanden ist ein 92 Minuten langer Dokumentarfilm, der einen Einblick in eine Szene gibt, den es so noch nicht gab. Wem der Trailer gefällt, kann sich gern den kompletten Film ansehen. Er kostet 4,99 (Ausleihe 48 Stunden) und 9,99 Euro (all). Wir haben die Dokumentation mit insgesamt 10.000 Euro selbst finanziert. Auf Crowdfunding, Filmfördergelder oder eine Co-Finanzierung öffentlich-rechtlicher TV-Sender wurde - aus Gründen der redaktionellen Unabhängigkeit - verzichtet.

Hinweis: wer den Film kauft, bekommt zahlreiche ungeschnittene Interviews zu sehen. Und einen 20 Minuten längeren 'Directors Cut' des Filmes, an dem wir gerade noch arbeiten.

'Inside HogeSa' - The London Part

London, 24. Juni 2017. Nach dem Terroranschlag in der britischen Hauptstadt gehen Tausende von Fußballfans gemeinsam auf die Straße. Um gegen den IS und den Salafismus zu protestieren. Ähnlich, wie es - drei Jahre zuvor - in Köln geschah. 'The London Part' ist ein Ausschnitt aus unserer 100-Minuten-Dokumentation über die Radikalisierung von Teilen der Hooliganszene.

Drucken

'Inside HogeSa' - Die politische Radikalisierung der Hooligans (Teaser_1 zur Doku)

'Inside HogeSa' ist eine Dokumentation, die zeigen will: was bewirkte die Demonstration der 'Hooligans gegen Salafisten' (HogeSa) vom 26.10.2014 in Köln? Was wurde aus den Protagonisten? Ausführlich kommen Beteiligte zu Wort. Aber auch Fanforscher, Politikwissenschaftler, Pegida-Organisatoren. Dieser Film bietet einen Einblick in eine Szene, den es so noch nicht gab. Ab Ende Mai 2018 ONLINE und im Kino.

Drucken

"Zeigen, was ist!" - Gespräch über die Dreharbeiten zu »Inside Hogesa«

hoolbuchBirgt die »dichte Beschreibung« einer solchen Szene nicht die Gefahr, dass diese dadurch eine Bühne erhält?

Diese »Gefahr« gibt es immer. Würde im Umkehrschluss aber auch bedeuten, nicht über eine Streetgang oder Graffitisprayer zu berichten, sie mit der Kamera hautnah zu begleiten. Was ich vor Jahren für die »ZDF.Reporter« getan habe.

»Zeigen, was ist«. Das ist meine Berufsauffassung. So nah und unverfälscht wie möglich an die Wirklichkeit heranzukommen. Genau aber das ist für mich der tiefere publizistische Sinn. Den Finger sprichwörtlich »in die Wunden« zu legen. Mehr als zum Nachdenken anzuregen, können wir Filmemacher nicht erreichen.

Nähert sich ein teilnehmender Beobachter der Szene nicht auch an? Ich sage das jetzt ganz subjektiv und ohne politische Bewertung: Captain Flubber wirkt ja sogar sympathisch und selbst ein Dominik Roeseler, der Initiator der ersten HogeSa-Demo in Köln, gibt sich im direkten Gespräch mitunter selbstkritisch.

Sie spielen damit auf verschiedene Szenen an, die Sie am 9. Oktober 2016 am Rande einer Kundgebung in Dortmund selbst miterlebt haben. Sie werden möglicherweise Einzug in meinen Dokumentarfilm »Inside HogeSa« finden, an dem ich gerade arbeite.

Meine Erfahrung ist: aus der Nähe wirkt alles wesentlich entspannter. Wenn man sich vernünftig vorstellt, ihnen nicht gleich die Kamera ins Gesicht hält, ihnen zuhört, dann kommt auch etwas zurück. Offenheit. Ich stelle – in der Regel – ja offene Fragen. Mir geht es nicht um Vorhalte nach dem Motto: Was bist Du für ein »böser Rechter«? Ich höre zu. Das macht sonst kaum einer. Deshalb reden einige mit mir. .... WEITER

Weiterlesen

Drucken

'Inside HogeSa' (Doku): Freispruch vor dem Landgericht

03.07.2017
Darf man einen Landesinnenminister sinngemäß als "Dreck" bezeichnen? Man darf. Das entschied zumindest des Duisburger Landgericht. Und wir waren - im Rahmen unserer Dreharbeiten für die Doku 'Inside HogeSa' bei der Verhandlung dabei. Dabei ging es im Wesentlichen um folgende Meinungsäußerung: „Der Dreck sitzt oben. Und hier in NRW hat der Dreck auch einen Namen: Und das ist der Innenminister Ralf Jäger.“

Öffentlich gesprochen von Dominik Roeseler, auf einer Pegida-Veranstaltung am 01. Februar 2016 in Duisburg. Der ehemalige 'HogeSa'-Anmelder wurde in einem vorherigen Verfahren beim Duisburger Amtsgericht wegen Beleidigung zu einer Geldstrafe von 4.000 Euro verurteilt. Das Landgericht kassierte - mit Verweis auf Artikel 5, Grundgesetz - das Urteil der Vorgängerinstanz. Roeseler hätte "berechtigte Interessen" wahrgenommen. Seine öffentliche Äußerung gegenüber dem Innenminister sei von der Meinungsfreiheit gedeckt gewesen.

Drucken

Im Interview: Tatjana Festerling (Ex-Pegida und OB-Kandidatin Dresden)

Aktuell arbeiten wir an unserem Film 'Inside Hogesa'. In dieser Langzeitdokumentation wollen wir einen - bisher einmaligen Blick - in die Szene geben. Und zeigen, wie es möglich war, dass die 'Hooligans gegen Salafisten' diese Wirkung erzielen konnten. In diesem Zusammenhang führen wir Gespräche und Interviews mit relevanten Protagonisten. Nach fast zwei Jahren ist es uns nun gelungen, mit Tatjana Festerling zu sprechen. In Teil 1 des Gespräches, dass wir am 08. Oktober 2016 in Dortmund am Rande der Kundgebung des Vereins 'Gemeinsam Stark' führten, äußert sich die ehemalige Pegida-Frontfrau über ihre Nähe zu den Hooligans.



Weitere Teile des Interviews werden im Zusammenhang mit der Dokumentation 'Inside Hogesa' veröffentlicht.

Drucken

"Wo wart ihr Silvester" - Ein Nachmittag zwischen Hools, Böllern und der Polizei

von Fred Kowasch

Der Himmel strahlt und Bier gibt es auch. Er ist wie ein Feiertag für die Szene, dieser 9. Januar 2016 am Breslauer Platz in Köln. Die Übergriffe am Dom an Silvester - an denen auch Flüchtlinge und Asylbewerber beteiligt gewesen sein sollen -  sie bestimmen die Schlagzeilen. Der Polizeipräsident ist nicht mehr im Amt. Und: die öffentliche Meinung hat sich gedreht. Die Stimmung auch. Eine Reportage aus dem Herzen der selbsternannten 'Weltstadt' am Rhein.

Einer nach dem anderen bahnt sich seinen Weg. Polizisten in Kampfmontour bilden eine lose Gasse. Nur hin und wieder greifen sie einen zur Kontrolle raus. Es ist ein stetiger Zulauf, der nicht enden will. Ein Stelldichein der Hooliganszene. Man kennt sich, man grüßt sich. Wie alte Bekannte, die sich eine Weile nicht gesehen haben. Aus Bremen, Hamburg und Dresden sind sie angereist. Manche tragen einen kleinen Vereinsschaal oder ein Trikot unter ihrer Kleidung. Nur leicht versteckt. So dass es der andere auch sehen kann. "Da kommen noch 400." sagt einer, der es wissen muß. Duisburg, Dortmund, Oberhausen, Bochum und Essen - der Ruhrpott ist dabei. Im Vorbeigehen ruft einer "Lügenpresse". Hätte auch sonst was gefehlt, heute.



Was auffällt, bei einem Schlendern durch die Reihen: es ist ein anderes Publikum, als man es von den Aufmärschen der Hooliganszene, von HogeSa und den Rechtsradikalen in letzter Zeit kennt. Da ist der Vater mit seinem beiden Kindern, die noch keine Teenager sind. Das ältere Ehepaar am Rande,  gut gekleidet. Eine Gruppe Frauen und Männer im besten Alter. So stellt man sich eher einen Ortsverband der SPD vor. Nur das die kein Transparent tragen, auf dem "RAPEFUGEES NOT WELCOME" steht. Daneben wackelt ein Mops, eingehüllt in einen Deutschlandschaal.

Weiterlesen

Drucken

Hogesa 2.0: 'Ordner suchen' auf der Brache

Ein Jahr danach auf dem Breslauer Platz in Köln. Zwei Wasserwerfer und ein Räumpanzer stehen wie unverrückbar. Gegen halb zwölf schieben Polizisten Absperrgitter an den Rand. Die hier ursprünglich geplante Kundgebung haben Gerichte verboten. Wenig später in Köln-Deutz. Absperrungen, aufgeregte Politessinnen, ein Hubschrauber hängt drönend in der Luft.

Um viertel vor eins dann bereits die zweite Wagendurchsuchung. Noch immer ist die Bühne nicht aufgebaut. Noch immer stehen die Organisatoren von Köln 2.0 vor Metallgittern. Die Zeit wird knapp. Ein paar Dutzend Teilnehmer sind schon auf dem Barmer Platz. Ein paar Hundert warten vor drei grauen Stoffzelten. Es dauert und dauert. Stimmung kommt da nicht auf. Nix zu essen, nix zu trinken. Weit und breit. Nur ein Dutzend blaue Wasserwerfer. Aus Hamburg, Niedersachsen, Bayern. Und: Hunderte Meter Sperrgitter. Alle drei Meter steht eine Uniform.Hogesa 2 0 25102015
Pegida-Frontfrau Tatjana Festerlin hat als Rednerin abgesagt.  Eine Erkältung, so die Erklärung. Immerhin soll 'Kategorie C' spielen. Eine umstrittene Band, sehr beliebt in der Hooliganszene. Zunächst werden Ordner gesucht. Als der Anmelder beginnen will, ruft ein Polizist: "Herr Roeseler: STOPP. Es sind zehn Ordner abgelehnt worden." Die Prozedur beginnt von Neuen. Am Ende trägt dann sogar noch der Sänger eine weisse Ordnerbinde. .....

p.s.: Mehr Details und direkte Einblicke gibts bald in unserer 45-min-Dokumentation über HogeSa.

Drucken

Durch die weitere Nutzung dieser Webseiten stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.