Kino: Am Limit

Das jüngste Werk von Pepe Danquart ("Höllentour") widmet sich den "Huberbuam". Dies sind zwei der derzeit besten Extrem- und Alpinkletterer und in der Szene ziemlich bekannt. "Am Limit" verfolgt ihren Versuch den Rekord im Speed-Klettern an der 1.000 Meter hohen Granitwand des "El Capitan" im Yosemite Nationalpark (Kalifornien/USA) zu brechen.
Bergsteigen in jeder seiner Formen, vom Frei- und Eis-Klettern bis hin zum Höhen-Bergsteigen in den verschiedensten Ländern der Erde, von den Alpen bis hin nach Indien, den Himalaya oder Patagonien - das ist die Passion von Alexander Huber (links im Bild). Er ist einer der besten Extremkletterer und Bergsteiger der Welt.

Der 38-jährige Bayer aus Traunstein und jüngere Bruder von Thomas Huber, (beide sind als ‚Huberbuam’ bekannt), stand mit 12 Jahren auf seinem ersten Viertausender und hängte 1997 nach seinem Diplom als Physiker die akademische Laufbahn an den Nagel, um sich als Profi ganz der Bergwelt zu widmen.

Der elfte Schwierigkeitsgrad im Sportklettern, die Freikletterrouten an den großen Wänden wie dem El Capitan im Yosemite-Nationalpark (USA) und die Free-Solo-Begehung (allein und ohne jegliche Sicherung) der Direttissima (500 Meter) an der Großen Zinne in Südtirol, die Durchsteigung der Westwand des Siebentausenders Latok II im Karakorum, sind seine Markenzeichen.

In Jena bei der 'Lichtbildarena', einem populären Diafestival, zeigte Alexander Huber, der zudem staatlich geprüfter Berg- und Skiführer ist, in eindrücklichen Bildern, wie er im Gebiet Schleier Wasserfall (Tirol) erstmalig 2004 die 22 Meter hohe und stark überhängende Route namens „Kommunist“‚ nur mit Kletterschuhen und Magnesiabeutel, am obersten Limit kämpfend, ohne Sicherung bezwang.

2003 nahmen sich Alexander und Thomas Huber die freie Durchsteigung des Extremklassikers Zodiac vor, einer 600 Meter langen Route am El Capitan (Yosemite). An dieser gewaltigen Felswand entdeckte das Brüderpaar eine neue Herausforderung, die Route so schnell wie möglich zu klettern. Neben der freien Durchsteigung im Herbst 2003 stellten die Brüder dann im Frühjahr 2004 im „Speedklettern“ der in 1 Stunde, 51 Minuten und 34 Sekunden, einen „fast schon phantastischen Rekord“ auf. Alexander dazu: „Ich hoffe, das dieser vielleicht die nächsten zehn oder auch zwanzig Jahre Bestand hat“.

Auch wenn Hubers besorgte Mutter in einer Filmeinspielung betonte, ihr wäre es lieber, wenn ihre beiden Söhne einer „normalen Arbeit“ nachgehen würden, wollen diese ihre Profession als Bergsteiger nicht aufgeben. Angesichts der atemberaubenden Körper-Akrobatik und mentalen Stärke Hubers, etwa auf einem gespannten Seil und notgesichert, am Kapuzenturm des „Wilden Kaisers“ in Österreich, nach zahlreichen Fehlversuchen durch Nervosität und Windböen, letztendlich doch erfolgreich direkt über eine tiefe Schlucht zu balancieren, konnten die Zuhörer in Jena die Emotionen von Mutter Huber nachvollziehen.
Star-Bergsteiger Reinhold Messner bescheinigte Huber, dass er keinesfalls ein Hasardeur, sondern ein großer Könner sei.

Huber selbst erklärt: „Lebensmüde bin ich auf gar keinen Fall, dafür ist es viel zu schön.“ Wohlwissend das etwa Schnee-, Eis- und Geröll-Lawinen oder andere Unwägbarkeiten der Natur und selbst eigene Fehler oder ein plötzlich einsetzender Muskelkrampf beim Frei-Klettern ohne Seil und Haken inmitten einer hohen Felswand, immer ein Risiko sind. Dennoch kommt ihm seine akademische Physiker-Ausbildung, „das logische, strategische und vorausschauende Denken zu gute. Bis hin zu speziellen Erfahrungswerten in Sachen Haftreibung von Kletterschuhen auf den verschiedensten Gesteinen bei wechselnden Klimabedingungen.“

Der zähe und sehnige Ausnahme-Bergfex Alexander Huber, der wie ein Hochleistungssportler trainiert und „gottseidank von schweren Verletzungen bislang verschont geblieben ist“, -„mein Hausarzt, der auch Bergsteiger ist, den sehe ich selten“ - appellierte verantwortungsbewusst an das Publikum, es ihm nicht gleichzutun, etwa ohne Sicherung zu klettern. Es hänge natürlich immer vom persönlichen Erfahrungs- und Erlebnis-Horizont ab. Die Genuß-Wandertour zu einem Alpengipfel könne ebenso beglücken: „Deswegen immer schön vorsichtig sein, ordentlich festhalten und nicht loslassen !“, sagte Huber.

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