Brasilien

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Weltmeister 1958, 1962, 1979, 1994, 2002

 

Eine Weltmeisterschaft in Südafrika 2010 ohne Brasilien, unvorstellbar. Der fünffache Champion ist das einzige Team, welches bei allen weltweiten Titelkämpfen vertreten war. Die Brasilianer meisterten die Mammutqualifikation in der Südamerikagruppe souverän. Selbst beim Erzrivalen Argentinien wurde 3:1 gewonnen.


Der 1914 gegründete und 1923 der FIFA beigetretene Verband CBF nahm schon 1930 bei der WM in Uruguay teil, wie auch 1934 mit spärlichem Erfolg. In Frankreich 1938 hingegen galt die "Selecao" schon als Mitfavorit. Im Halbfinale scheiterte allerdings das brasilianische Team an Italien mit 1:2. Den Schuldigen am Ausscheiden fanden die emotionsreichen Anhänger schnell. Trainer Pimenta hatte auf seinen Goalgetter "der schwarze Diamant" Leonidas verzichtet, um ihn für das Endspiel zu schonen, ein Plan der fehlschlug. ...

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Weltmeister 1958, 1962, 1979, 1994, 2002
 
Eine Weltmeisterschaft in Südafrika 2010 ohne Brasilien, unvorstellbar. Der fünffache Champion ist das einzige Team, welches bei allen weltweiten Titelkämpfen vertreten war. Die Brasilianer meisterten die Mammutqualifikation in der Südamerikagruppe souverän. Selbst beim Erzrivalen Argentinien wurde 3:1 gewonnen.

Wieder etwas Freude nach der völlig misslungenen Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland. Dort mit extremer Erwartung und noch größerem Werberummel angereist, enttäuschte der Topfavorit auf ganzer Linie. Die drei Vorrundensiege gegen Kroatien, Australien und Japan blieben noch Ausdruck langsamer Formsuche. Ghana im Achtelfinale, ebenfalls noch kein ebenbürtiger Gegner. Im Viertelfinale gegen Frankreich schon das Aus. Das 0:1 beschreibt die Chancenlosigkeit nicht in vollem Umfang. Ein Torschuß in 90 Minuten, ein Armutszeugnis für die „Kanarienvögel“.

Der 1914 gegründete und 1923 der FIFA beigetretene Verband CBF nahm schon 1930 bei der WM in Uruguay teil, wie auch 1934 mit spärlichem Erfolg. In Frankreich 1938 hingegen galt die "Selecao" schon als Mitfavorit. Im Halbfinale scheiterte allerdings das brasilianische Team an Italien mit 1:2. Den Schuldigen am Ausscheiden fanden die emotionsreichen Anhänger schnell. Trainer Pimenta hatte auf seinen Goalgetter "der schwarze Diamant" Leonidas verzichtet, um ihn für das Endspiel zu schonen, ein Plan der fehlschlug.

Bei der WM 1950 im eigenen Land sollte der große Wurf endlich gelingen. Die ganze fußballverrückte Nation flehte den Titel herbei. Mit dem Maracana hatte man das größte Stadion der Welt gebaut, da sollte schließlich gefeiert werden. Nach überzeugenden Auftritten gegen Schweden 7:1 und Spanien 6:1 kam es gegen Uruguay zu einem Quasi-Endspiel, da die besten vier Teams in einer Punkterunde den Titelträger ausspielten. Das euphorische Publikum feierte schon vor Anpfiff der entscheidenden Partie den Titel, da ein Unentschieden reichen würde. Als Friaca gar die 1:0 Führung erzielte kannte die Freude kein Ende. Der Lärm der Feuerwerksraketen und Trommeln war infernalisch. Doch die "Urus" ließen sich nicht beeindrucken. Über ihren Außenstürmer Ghiggia initierten einen Angriff nach dem anderen. Schiaffino konnte mit einem Schuß in den Torwinkel erzielen. Das Publikum im Rund erstarrte vor Schreck, die Zuversicht war gewichen. Uruguay spielte immer kecker, die Minuten bis zum Abpfiff wollten nicht verrinnen. Als Ghiggia mit einem haltbaren Schuß in die Torwartecke das 2:1 für Uruguay erzielte, herrschte vollkommene, lähmende Stille im überfüllten Maracana. Die Katastrophe, wieder nicht Weltmeister, war Realität geworden. Der unglückliche Keeper Moacyr Barbosa sollte Zeit seines Lebens ein "Geächteter" sein. Die Pech bringenden weißen Trikots wanderten in den Müll, fortan sollte die "Selecao" in Gelb spielen. Dieser psychische Trick half bei der nächsten WM noch nicht. 1954 verlor man im Viertelfinale die "Schlacht von Bern" gegen die überragenden Ungarn 2:4.

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1958 der erneute Anlauf. Das Land war im Aufbruch, die neue Hauptstadt Brasilia wurde im Landesinneren erbaut, die neue Sambarichtung "Bossa Nova" begann seinen weltweiten Siegeszug anzutreten und die Gelbhemden eilten in Schweden von Sieg zu Sieg. Der Stern des erst 17jährigen Pele ging auf, Dribbelkönig Garrincha begeisterte die Massen. Die stürmende Fünferreihe mit diesen beiden begnadeten Spielern sowie Vava, Zagallo und Didi setzte Maßstäbe. Frankreich wurde im Halbfinale 5:2 hinweggefegt und Gastgeber Schweden durfte im Finale (5:2) staunend applaudieren. Der Cup "Jules Rimet" war endlich dort wo er hingehört.

Mit nahezu unverändertem Aufgebot, Pele fehlte nach dem ersten Spiel verletzt, gelang 1962 das Kunststück der Titelverteidigung gegen die Tschechoslowakei mit einem 3:1. Das Angriffspiel war jedoch nicht mehr so berauschend, wie vier Jahre zuvor. 1966 scheiterte der nun zweifache Weltmeister schon in der Vorrunde an Portugal und Ungarn. Pele wurde Opfer überharter Attacken seiner Gegenspieler und mußte zweimal verletzt ausscheiden, Garrincha war über seinen Zenit hinaus.

1970 gelang den "Canarios" in Mexiko das Comback. Pele lief wieder zu großer Form auf und in überzeigender Weise wurde das Finale erreicht. Im Aztekenstadion wurde Kontrahent Italien mit 4:1 förmlich überrannt. Eine der spielerisch schönsten Weltmeisterschaften hatten einen würdigen Titelträger. Mit dem dritten Triumph ging die "Jules Rimet" Trophäe endgültig in brasilianischen Besitz über. Bei allen drei Triumphen dabei, Masseur Mario Americo, dem als "Medizinmann" wahre Wunderdinge nachgesagt wurden.

1974 und 1978 rettete sich Brasilien jeweils ins kleine Finale, der Zauber war jedoch dahin, modernen Fußball auf höchstem Niveau spielten andere Nationen. 1982 konnte der CBF wieder ein spielstarkes Ensemble um den "weißen Pele" Zico nach Spanien schicken. In der Vorrunde spielte die "Selecao" die Gegner schwindlig, Erzrivale Argentinien um Maradona in der Zwischenrunde 3:1 an die Wand gespielt, doch dann das Aus. Eine schwache Abwehr gestattete Italien drei Treffer, der eigene Sturm konnte nur zwei Tore gegensetzen. 1986 in Mexiko das selbe procedere. Furios in der Vorrunde, Pech diesmal im Viertelfinale gegen Frankreich. In einem der besten Spiele aller Zeiten, versagten die Brasilianer im Elfmeterschießen.
1990 wiederholte sich das frühe Ausscheiden. Im Achtelfinale gegen Argentinien zauberten die Jungs vom Zuckerhut, vergaben Torchancen en masse und verloren letztendlich 1:0. Selbst Maradona sprach von einem glücklichen Sieg für die Gauchos.

Der langersehnte vierte Titel wurde nach 24 Jahren Pause in den USA 1994 eingefahren. Das beste Spiel des Turniers war zweifellos das Viertelfinale gegen Holland. Eine 2:0 Führung durch Romario und Bebeto wurde noch verspielt, doch Verteidiger Branco hämmerte neun Minuten vor Schluß einen Freistoß zum 3:2 ins niederländische Tor. Ein Tor von Romario gegen die defensiv spielenden Schweden sicherte den Finaleinzug. Das Endspiel gegen Italien geriet zu einer Zumutung für die Zuschauer. Nach langweiligen torlosen 120 Minuten ging es ins Elfmeterschießen. Roberto Baggios Fehlschuß bescherte Brasilien den Goldpokal.

1998 begeisterte Brasilien mit dem neuen "Wunderstürmer" Ronaldo das Publikum. Im Halbfinale hatte das CBF-Ensemble in einem Jahrhundertspiel erneut Holland bezwungen, diesmal im Elfmeterschießen. Doch im Finale gegen Frankreich rätselte die Welt, was mit Ronaldo los wäre. Der Junge sah keinen Stich gegen die französischen Verteidiger. Nach der 0:3 Niederlage wurde kolportiert, Ronaldo hätte einen Schwächeanfall vor dem Spiel erlitten und wäre nur auf Drängen des Sponsors aufgelaufen.

Im Endspiel 2002 war Ronaldo jedoch wieder fit. Er wirbelte mit seinem R-Express (Ronaldo, Rivaldo, Ronaldinho) im Spiel gegen Deutschland zwar nicht so furios wie im Laufe des Turniers, doch zweimal war er zur Stelle um Oliver Kahn zu versetzen. Stolz und ausgelassen feierten die Brasilianer die "Penta", den fünften Titel. Rechtsverteidiger Cafu konnte nach seinem dritten Finale in Folge zum zweiten Male den Goldpokal halten.

Das WM-Aufgebot Brasiliens:

Tor: Julio Cesar (Inter Mailand), Doni (AS Roma), Gomes (Tottenham Hotspur)

Abwehr: Maicon (Inter Mailand), Dani Alves (FC Barcelona), Michel Bastos (Olympique Lyon), Gilberto (Cruzeiro Belo Horizonte), Lucio (Inter Mailand), Juan (AS Rom), Luisao (Benfica Lissabon), Thiago Silva (AC Mailand)

Mittefeld: Gilberto Silva (Panathinaikos Athen), Felipe Melo (Juventus Turin), Ramires (Benfica Lissabon), Elano (Galatasaray Istanbul), Kaka (Real Madrid), Julio Baptista (AS Rom), Kleberson (Flamengo Rio de Janeiro), Josué (VfL Wolfsburg)

Sturm: Robinho (FC Santos), Luis Fabiano (FC Sevilla), Nilmar (FC Villarreal), Grafite (VfL Wolfsburg)

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