Der Rubikon ist überschritten
von Fred Kowasch
02.01.2011 - 16:50
Es gibt wenige Sachen, die einen Journalisten so richtig aufregen. Die Behinderung der eigenen Arbeit, das Zurückhalten von Informationen ist so ein Fall. Jedem, der seine Arbeit ernst nimmt, vielleicht sogar wegen der 'Watergate-Enthüllung' diesen Beruf ergriffen hat, ist klar: das Staatsoberhaupt der Bundesrepublik Deutschland hat eine Grenzlinie überschritten. Ein Drohanruf bei einem Chefredakteur, egal von welcher Zeitung er ist, ist vollkommen inakzeptabel.
Vollkommen inakzeptabel ist es auch, wenn Bundestagspräsident Norbert Lammert - immerhin der zweite Mann im Staate - die Medien wegen ihrer Berichterstattung in dieser Frage an den Pranger stellt. Lammert, der an dieser Stelle noch vor Monaten wegen seiner aufrichtigen Haltung zur Rolle des Bundestagsabgeordneten gelobt wurde, ist nun auch dabei erheblich Kredit zu verspielen. Die Parteiräson ist ein schlechter Ratgeber.
Ein Dank geht an die Kollegen der "BILD", vom STERN und dem SPIEGEL. Recherchiert weiter, enthüllt, deckt auf. Schreibt eine Geschichte nach der anderen, so lange es in der 'Causa Wulff' noch Unklarheiten gibt. Manche mögen es Treibjagd nennen. Es ist jedoch nichts anderes als Aufklärung - im besten Sinne der Verfassung. Die freie Presse ist ein Wesenskern der bundesdeutschen Demokratie. Ein Bundespräsident, der die freie Presse zu behindern sucht, ist nicht mehr tragbar.
02.01.2011 - 16:50
Es gibt wenige Sachen, die einen Journalisten so richtig aufregen. Die Behinderung der eigenen Arbeit, das Zurückhalten von Informationen ist so ein Fall. Jedem, der seine Arbeit ernst nimmt, vielleicht sogar wegen der 'Watergate-Enthüllung' diesen Beruf ergriffen hat, ist klar: das Staatsoberhaupt der Bundesrepublik Deutschland hat eine Grenzlinie überschritten. Ein Drohanruf bei einem Chefredakteur, egal von welcher Zeitung er ist, ist vollkommen inakzeptabel.
Vollkommen inakzeptabel ist es auch, wenn Bundestagspräsident Norbert Lammert - immerhin der zweite Mann im Staate - die Medien wegen ihrer Berichterstattung in dieser Frage an den Pranger stellt. Lammert, der an dieser Stelle noch vor Monaten wegen seiner aufrichtigen Haltung zur Rolle des Bundestagsabgeordneten gelobt wurde, ist nun auch dabei erheblich Kredit zu verspielen. Die Parteiräson ist ein schlechter Ratgeber.
Ein Dank geht an die Kollegen der "BILD", vom STERN und dem SPIEGEL. Recherchiert weiter, enthüllt, deckt auf. Schreibt eine Geschichte nach der anderen, so lange es in der 'Causa Wulff' noch Unklarheiten gibt. Manche mögen es Treibjagd nennen. Es ist jedoch nichts anderes als Aufklärung - im besten Sinne der Verfassung. Die freie Presse ist ein Wesenskern der bundesdeutschen Demokratie. Ein Bundespräsident, der die freie Presse zu behindern sucht, ist nicht mehr tragbar.
