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Wenn der Nerd-Bart juckt

. Veröffentlicht in Fragen zur Zeit

18.09.2011
Jung, männlich, gebildet. Die fast neun Prozent der Piratenpartei sind eine parteipolitische Sensation. Sie erinnern an den Aufstieg der Grünen vor mehr als drei Jahrzehnten, die sich nach dem Einzug in drei Länderparlamenten 1983 als Newcomer im Bonner Bundestag wieder- fanden. Jetzt streben die Piraten 2013 den Einzug in den Berliner Reichstag an.

Möglich macht diesen Erfolg als Protestpartei die geistige Leere der etablierten Politik. Internet, Wikileaks und Datenschutz - dieses Themen haben sie schlichtweg verschlafen. Ihre ignoranten Reaktionen auf die Revolution im World Wide Web haben die Piraten von allein groß gemacht. Und dies wird noch nicht das Ende sein. Volksabstimmungen sind angesagt, direkte Mitbestimmung auch. Warum soll es nicht einen Liveticker aus Regierungssitzungen oder Untersuchungsausschüssen geben?! Es wird Zeit, dass man die erstarrte Parteiendemokratie entrümpelt.

Der Aufstieg der Piraten ist auch eine Reaktion auf die Entwicklung der Grünen. Dieser Schnarchladen selbstgerechter Spießer ist schlichtweg nicht mehr cool. Das die mate-trinkenden (Piraten)Nerds später vielleicht einmal genauso enden werden ist höchstwahrscheinlich. Bis dahin bleibt - zum Glück - noch etwas Zeit.

Fred Kowasch