Loveparade 2010 - Sperrlinie 3

Loveparade Duisburg, 24.07.2010, Sperrlinien der Polizei28.08.2010 - (Reblog) 
Im aktuellen SPIEGEL erhebt Rainer Schaller, Veranstalter der Loveparade, schwere Vorwürfe gegenüber der Polizei. So seien die drei Ketten, die die Polizei am 24. Juni 2010 ab 15:55 Uhr am Eingang zum Veranstaltungsgelände gebildet hätte, "vermutlich die Ursache der Katastrophe" gewesen. Schaller: "Für uns stellt sich die Frage, warum die Polizei dies tat." Ohne diese Sperren, so Schaller gegenüber dem Nachrichtenmagazin, würden die "Menschen heute noch leben".

Bereits am 30.07.2010 hatte die 'Bild-Zeitung' Fotos veröffentlicht, die deutlich zeigen, wie es zur Menschenansammlung am Eingang des Gelände der Loveparade gekommen ist. Nachdem die Polizei am Ausgang zwischen mehreren Metallgittern eine Kette gebildet hatte, kam es oberhalb der Rampe zu einer Traube von Loveparade-Besuchern, die die Veranstaltung verlassen wollten.

Im Bereich des Platzes nach dem Tunnel war es da noch vergleichsweise leer. Als dann plötzlich Menschenmassen zum Eingang strömten, nach übereinstimmenden Zeugenaussagen sollen sie vor dem Tunnel sogenannte Schleusen überrannt haben, kam es zu dem verhängnisvollen Gedränge. Mehrere Leute hangelten sich an Lichtmasten auf das Veranstaltungsgelände nach oben, Dutzende Menschen benutzten eine kleine Steintreppe.

Was dann genau geschah zeigt folgender Augenzeugenbericht sehr eindrücklich. Die Filmaufnahmen des Videoamateurs sind ein beklemmendes Dokument über das, was am 24.07.2010 zwischen 16:25 und 17:10 Uhr in Duisburg am Aufgang zum Gelände der Loveparade geschah.

Grafik: Innenministerium NRW, 28.07.2010

30.08.2010 -
Der Veranstalter der Loveparade 2010, die Firma lopavent, hat umfangreiches Videomaterial zur Ansicht ins Internet gestellt. Kern der Videos ist eine sechs Minuten lange grafisch aufbereitete Darstellung der Ereignisse, kurz bevor an der Zugangsrampe auf das Gelände 21 Menschen sterben.

Webvideo: lopavent - der 'dokumentarfilm'
Die Veranstalter bezeichnen die Vorgänge dort, selbst als Unglück; das Video als Dokumentarfilm. Zu den Ereignissen im Vorfeld dieser Veranstaltung verliert der Film kein Wort. Gleichzeitig haben die Veranstalter einige Dokumente ins Internet gestellt, von denen allerdings die Mehrzahl bekannt ist. Bei der Anhörung im Innenausschuß des NRW-Landtages am Donnerstag, wo es um die Vorgänge des 24.07.2010 in Duisburg gehen soll, will Loveparade-Veranstalter Rainer Schaller nicht erscheinen.


 

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30.07.2010 - 08:52
Unterdessen hat die 'Bild-Zeitung' Fotos veröffentlicht, die anschaulich zeigen, wie es zur Menschenansammlung gekommen ist.

Nachdem die Polizei am Ausgang zwischen mehreren Metallgittern eine Kette gebildet hatte, kam es oberhalb der Rampe zu einer Traube von Loveparadebesuchern, die die Veranstaltung verlassen wollten.

Im Bereich des Platzes nach dem Tunnel war es da noch vergleichsweise leer. Als dann plötzlich Menschenmassen zum Eingang strömten, nach übereinstimmenden Zeugenaussagen sollen sie vor dem Tunnel sogenannte Schleusen überrannt haben, kam es zu dem verhängnisvollen Gedränge. Mehrere Leute hangelten sich an Lichtmasten auf das Veranstaltungsgelände nach oben, Dutzende Menschen benutzten eine kleine Steintreppe.

Was dann genau geschah zeigt folgender Augenzeugenbericht sehr eindrücklich. Die Filmaufnahmen des Videoamateurs sind ein beklemmendes Dokument über das, was am 24.07.2010 zwischen 16:25 und 17:10 Uhr in Duisburg am Aufgang zum Gelände der Loveparade geschah.

 

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29.07.2010 - 00:38
Die beiden Statements im Rahmen der Pressekonferenz des NRW-Innenministeriums zu den Ereignissen am Rande der Loveparade waren sehr detailliert und aufschlußreich. Im Kern machen die politisch Verantwortlichen die Veranstalter für die Vorfälle verantwortlich.

Eine zentrale Frage jedoch bleibt:
Loveparade Duisburg, 24.07.2010, Sperrlinien der Polizei

warum hielt die Polizei den Zugang zur Veranstaltung oberhalb des Tunnelausgangs in der Zeit von 16:01 bis 16:40 Uhr - also 39 Minuten - geschlossen?! Zahlreiche Zeugen beschreiben diese 'Sperrlinie 3' als eine Hauptursache für die Menschen- stauung am Ausgang des Tunnels.

Grafik: Innenministerium NRW, 28.07.2010


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Wer ist verantwortlich?

27.07.2010 - 10:27
Drei Tage nach der Katastrophe von Duisburg verdichten sich Hinweise, daß das Verhalten eingesetzter Polizeibeamte, die Situation am Zugang zum Loveparadegelände in Duisburg am 24.07.2010 verschärft hat. So berichtete ein Augenzeuge im ARD-Politikmagazin Report folgendes:

"Hier gab's eine Ecksituation. Und hier stand ein Zaun und hier stand ein Zaun. .... Und die Polizei versuchte das Loch da dicht zu halten. Und alle Leute, die vorher schon versuchten über diese Ecke zu klettern, die wurden wieder runtergerissen oder auch mit Schlagstöcke, ging man auf die Leute los."

Diese Schilderungen werden auch von einem zweiten Zeugen bestätigt, der sehr anschaulich in der FAZ den Verlauf des Dramas schildert - Warum nur diese Polizeikette? Es ist die bisher detaillierteste Darstellung der Zeit an dem Unglücksort.

Unterdessen hat auch der Veranstalter der Love-Parade, Rainer Schaller, Vorwürfe an die Polizei gerichtet. So hätte die Polizei Schleusen vor dem westlichen Zugang zum Gelände geöffnet. Deshalb sei es zu dem Massenstau am Ausgang zum Gelände gekommen. Von der Einsatzleitung der Polizei gab es bisher noch keinen Kommentar zu diesen Anschuldigungen.

Genehmigung erst Morgens unterzeichnet - unterdessen berichtet die Kölnische Rundschau, dass Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland die Veranstaltung (trotz Bedenken von Feuerwehr und Polizei) erst am Samstag genehmigt hat. Bei der Loveparade waren am Samstag in Folge einer Panik 20 Menschen gestorben, mehr als 500 wurden verletzt.

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Chaos und Massenpanik

25.07.2010 -
Bei der Loveparade in Duisburg ist es am Samstag Nachmittag am einzigen Eingangstor, einem massiven Steintunnel,  zu einer Massenpanik gekommen. Dabei starben mindestens 19 Menschen, Hunderte wurden verletzt. Die Autobahn A 59, die am Festivalgelände, einem ehemaligen Güterbahnhof vorbeiführt, wurde für die Rettungskräfte gesperrt.

Nach Angaben der Veranstalter sollen sich 1,4 Millionen Menschen an der Loveparade beteiligt haben. Auf dem Gelände in Duisburg sei jedoch nur Platz für 500.000 Personen gewesen. Nach Bekanntwerden des Unglücks entschieden die Veranstalter, die Loveparade nicht abzubrechen. Dr. Motte, einer der Love-Parade-Gründer warf den Veranstaltern "reine Profitgier" vor. Es sei ein Skandal, die Besucher nur durch einen einzigen Zugang auf das Gelände gelassen zu haben. 

loveparade_24072010

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