Im Original: "Nicht mit Angst, Panik und Verboten"

Positionspapier der 'Kasseneinheitlichen Bundesvereinigung sowie der beiden Virologen Hendrick Streek und Jonas Schmidt-Chanasit

"Der derzeitige rasante Fallzahlanstieg nach den ruhigeren Sommermonaten zeigt klar, dass aufgrund der Eigenschaften von SARS-CoV-2 eine Pandemiebekämpfung ausschließlich im Rahmen einer Kontaktpersonennachverfolgung nicht mehr möglich sein wird. Bereits im Sommer konnte bei niedrigen Fallzahlen das Infektionsgeschehen nicht vollkommen nachverfolgt und eingedämmt werden. Bedingt durch die Saisonalität des Infektionsgeschehens, die Verlagerung der Aktivitäten von draußen nach drinnen sowie die erhöhte Infektanfälligkeit in den Herbst- und Wintermonaten ist mit höheren Fallzahlen als im Frühjahr und Frühsommer zu rechnen.


einkaufWieder auf Lockdowns zu setzen, könnte – in der Hoffnung Infektionszahlen zu senken – die reflexartige Konsequenz darauf sein. Aber wir haben in den Monaten der Pandemie deutlich dazugelernt. Der Rückgang der Fallzahlen ist politisch zwar eine dringende Aufgabe, aber nicht um jeden Preis. Wir erleben bereits die Unterlassung anderer dringlicher medizinischer Behandlungen, ernstzunehmende Nebenwirkungen bei Kindern und Jugendlichen durch soziale Deprivation und Brüche in Bildungs- und Berufsausbildungsgängen, den Niedergang ganzer Wirtschaftszweige, vieler kultureller Einrichtungen und eine zunehmende soziale Schieflage als Folge.

Erstens nicht schaden

Wir berufen uns auf das grundlegende medizinisch-ethische Prinzip des ärztlichen Handelns: „primum nihil nocere“ („erstens nicht schaden“). Dieser Grundsatz auf die momentane Situation angewendet bedeutet, die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie so zu wählen, dass wir schwere Verläufe wirksam mindern, ohne neue Schäden zu verursachen. Dabei sind wir auf die Bereitschaft der Bevölkerung zur Mitarbeit angewiesen. Ohne ihre Kooperation laufen die Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung ins Leere.

Sobald sich Verordnungen als widersprüchlich, unlogisch und damit für den Einzelnen als nicht nachvollziehbar darstellen oder von Gerichten außer Kraft gesetzt werden, entsteht ein Akzeptanz- und Glaubwürdigkeitsproblem. Wir könnten diejenigen verlieren, die wir dringend als Verbündete im Kampf gegen das Virus brauchen.

Es gibt keine einheitliche wissenschaftliche Grundlage für die Bewertung des Pandemieverlaufs und die Ableitung von Maßnahmen, die sich allein auf Grenzwerte stützen, die auf der Anzahl der Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner beruhen. Dies gilt umso mehr, als in der jetzigen Pandemiephase, vielerorts notgedrungen, weniger die Eindämmung durch Kontaktpersonennachverfolgung, als vielmehr die Protektion – insbesondere von Risikogruppen – Priorität haben muss.

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Webvideos: Persönliche Ansichten zu den Corona-Restriktionen

Es war ein sehr lesenswertes Gespräch am vergangenen Samstag im Internetangebot von 'telepolis'. Ein Gespräch, bei dem man sich verwundert die Augen reiben konnte. Ein SPD-Abgeordneter - ein Vertreter der Regierungskoalition - spricht Klartext. Kritisiert die Grundrechtseinschränkungen, das Prozedere bei der Abstimmung zum 'Infektionsschutzgesetz' am 18. November 2020 in Berlin. Im Prinzip müsste jeder unabhängige Journalist nach solch einem Interviewpartner geradezu 'lechzen'. Dass ausgerechnet Boris Reitschuster hier der Erste ist, ist eine Bankrotterklärung für die TV-Branche.



Schon als Pegida aufkam, waren die Reaktionen der 'linken' Szene vorhersehbar. Bei 'Querdenken' ist es nicht anders. Statt sich dezidiert mit der neuen Protestbewegung und ihren Inhalten zu beschäftigen, dominieren die alten 'Beissreflexe'. Wirkungslose Sitzblockaden wie zum Beispiel am 7. November 2020 in Leipzig, dumpfes Rumbrüllen gegen angebliche 'Faschisten'. Dass 'Querdenken' vielschichtiger ist als ein plattes Label, zeigt einer der fundiertesten Filmbeiträge zu diesem Thema.

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Corona-Krise: 'Haben wir versagt?' (ARD-Presseclub 14.12.2020)

Der beste ARD-Presseclub des Jahres! Das wohl letzte Format bei den Öffentlich-Rechtlichen, dass sich publizistisch noch lohnt. Schonungslose Offenheit von Journalisten, die von außerhalb des 'Systems' kommen. Ganz stark Kaja Klapsa (DIE WELT) und Stefan Schulz (Podcaster und Soziologe). Es geht um das Versagen der politisch Verantwortlichen, nahezu wirkungslose Masken, aber auch um durchaus positive Ansätze, wie die neuen Impfzentren. Ansehen!!

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Kein Plan, kein Konzept - Wie der zweite Lockdown die Menschen frustriert

hogesa corona 31102020von Fred Kowasch, Düsseldorf

02.11.2020 - Samstag Nachmittag in der Düsseldorfer Altstadt. Kurz vor dem zweiten Lockdown, schieben sich Gruppen von Erlebnishungrigen an den eng besetzten (Alt)Biertischen vorbei. Mit etwas Geschick, weicht man Entgegenkommenden aus. Fast alle tragen hier Masken an diesem warmen Spätherbsttag.

Ein paar Hundert Meter weiter protestieren vielleicht 400 gegen Corona-Restriktionen, vor allem die Maskenpflicht: "Pandemie gab es nie" und "Frieden, Freiheit, keine Diktatur". Mittendrin auch mehrere Dutzend Teilnehmer, die unter dem Label 'Hooligans gegen Salafisten' (HogeSa) ihren zweiten Polit-Frühling wittern.

In Gesprächen hört man: die nächste Zeit wird hart. Für die Kinder, die (noch) zur Schule gehen, für Mütter und Väter, Selbstständige, Freizeitsportler, Gewerbetreibende. Keiner, mit dem ich an diesem Tag rede, kann die pauschalen Restriktionen des Staates nachvollziehen.

Gewissen Erwache 31102020Keiner kann verstehen, warum die umgesetzten Corona-Konzepte von Gaststätten so ohne jede Folge sind. Warum für Freizeitsportler die Stadionlaufbahn erneut gesperrt wird, die Schwimmhallen wieder schließen. Weshalb fast niemand über die Grosshochzeiten spricht, die stundenlangen Bustouren irgendwohin, die Parties auf engen Raum. 

Einige haben von einem neuen Konzept gehört. Von der 'Kassenärztlichen Bundesvereinigung', vom Virologen Streek. Ein paar Tage ist es erst alt. 'Mit Corona leben lernen' heisst es darin sinngemäß. Restriktionen nach Augenmaß, Ältere und Risikogruppen besonders schützen.

Dass wäre doch mal ein Ansatz. Über den zu diskutieren lohnt. Statt dessen wieder dieser Lockdown. Ohne Plan. Ohne Konzept. "In einem Jahr wird das System kippen." "Nee, so lange darf das nicht dauern."

Zwei Meinungsäußerungen. Sichtweisen vom politischen Rand? Vielleicht. Gefühlt werden es allerdings täglich mehr, die Wut auf diesen Staat bekommen.

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Klare Kante: Wenn die 'Volksseele' kocht ....

von Fred Kowasch

03.08.2020
Es war eine bunte, für manche bisher sehr ungewohnte Mischung, die da am Samstag im Berliner Regierungsviertel auf die Strasse ging. Demokratiefreunde, Profisportler, Impfgegner, Friedensbewegte, Stuttgart-21-Protestierer, Blumenkinder, Reichsbürger, Reggaefans, Rechtsradikale. Die sich um 'Abstand halten' und Masken nicht scherte, die Berliner Polizei gnadenlos auspfiff, sich ihr bewusst widersetzte. Denn obwohl diese die Demonstration und die anschließende Kundgebung im Verlauf für aufgelöst erklärte hatte, konnte sie diese Ankündigung nicht durchsetzen. Kann mich nicht erinnern, in den letzten zehn Jahren - mit Ausnahme der HogeSa-Demo am 26.10.2014 in Köln - eine personifizierte Staatsmacht gesehen zu haben, die sich öffentlich so blamierte. Die - regelrecht - vorgeführt wurde.   

Man kann dass nun gut finden. Oder es bedauern, kritisieren. Nach dem starken Staat rufen. Wie dies vor allem viele 'Linke' am Samstag via Twitter taten. Fest steht: da braut sich etwas zusammen. Immer mehr Menschen haben keinen Bock mehr auf diesen Staat. Auf die Einschränkungen, die Vorschriften, die Gängelungen. Und da sucht sich jeder seinen eigenen Weg. Der eine pfeifft die Bademeisterin zusammen, weil er die absurden Anweisungen nicht mehr nachvollziehen kann. Andere setzen sich - wie am Samstag im Berliner Tiergarten - vor eine Polizeikette, die dann wieder abziehen muss. Der nächste haut dem Busfahrer oder dem Fahrkartenkontrolleur eine rein, andere wiederrum greifen das Ordnungsamt an. In Coronazeiten liegen bei immer mehr Menschen die Nerven schlichtweg blank.

Denn: viele ahnen es, bei manchen ist es schon bald bittere Gewissheit. Dass das Kurzarbeitergeld ausläuft, die Firma schliesst. Die - unter anderen Vorraussetzungen - beantragte Überbrückungshilfe zurückgezahlt werden muss. Die Insolvenz unausweichlich wird. Befördert von einer Politik, von der man in den Sommerferien, so gut wie nichts substanzielles mehr hört. Die offenkundig keinen Plan hat. Allenfalls noch ihre Beamten in die Innenstädte oder die Parkanlagen schickt. Damit die dort Ausweise kontrollieren. Flankiert von einer Presse, die zu einer differenzierten Berichterstattung schon längst nicht mehr fähig zu sein scheint. Man kann jetzt gern über die #Covidioten höhnen, wie dies die amtierende SPD-Vorsitzende macht. Man kann aber auch mal von seinem hohen Ross herunterkommen und fragen, was diese sehr unterschiedlichen Menschen denn wirklich antreibt. Warum sie so einen Hass auf dieses System entwickelt haben.

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