Volles Risiko: Warum man bei 'Gefahrenstufe 2' einen aktiven Vulkan durchaus besuchen kann

von Fred Kowasch

Gefahrenstufe 2 (von 5 in Neuseeland). Wie sie jetzt herrschte, vor dem Ausbruch des White Island Volcano in Neuseeland. Da kann man durchaus einen Vulkan betreten. Nur: ob einen im Ernstfall ein gelber (oder orangener) Bauarbeiterhelm hilft, darf bezweifelt werden. Aktive Vulkane zu besteigen oder zu besuchen, birgt immer auch ein tödliches Risiko. Dass sollte man schon wissen. Keine Vorhersage ist so gut, dass sie zu 100 Prozent sicher ist. Da können sich schon einmal busgroße Felsbrochen lösen, kann es eine Verpfuffung geben, ein Vulkan - unerwartet - ausbrechen. Dieses Risiko gehört dazu. Diesem Risiko waren wir uns auch bewusst, als wir 2002 am Merapi drehten. Einem der 15 Hochrisikovulkane auf der Welt. Bei Gefahrenstufe 2 (von 4 in Indonesien).



3000 Meter Höhe - inmitten von Schwefelwolken. Mit Gasmaske habe ich noch nie einen Film gedreht. Auf dem Merapi steht der Wind heute ungünstig, kommt von Süden. Das heisst: arbeiten in Schwefeldämpfen, die aus Dutzenden von gelben Erdöffnungen kommen. Nur 300 Meter ist der Dom weg. An ihm kommt das feste, heiße Gestein aus dem Inneren des Vulkans. Ulrich Serfling und sein Team hat mit den widrigen Bedingungen unterhalb des Gipfels zu kämpfen. Arbeiten auf einem Vulkan, der zu den gefährlichsten der Welt zählt. (Text ZDF 2002)

G-20: 'Welcome to hell' - Warum eine Demo nach Hundert Metern eskalierte (Reblog)

von Fred Kowasch, Hamburg

06.07.2017
Wenn man eine Demonstration 'Welcome to Hell' nennt und am Vorabend des G-20-Gipfels aufläuft, braucht man sich nicht wundern, wenn die Regierenden dass nicht gern sehen. Schon im Vorfeld hatten Justizminister Heiko Maas und Bundesinnenminister Thomas de Maizière faktisch die Devise ausgegeben: 'Knüppel frei'. 100 Meter waren am Hamburger Hafen gerade gelaufen, da ging schon nicht mehr. Rund zwei Drittel der Demonstranten in den beiden vorderen Blöcken sind sichtbar vermummt. Gewalttätig waren sie zu dieser Zeit nicht. Ein paar ziehen sich zu dieser Zeit noch am Rande um. Bürgerliches Outfit runter, schwarze Klamotten an. Ich höre deutsch, italienisch, französisch. Griechisch nicht.
hafenspannung
Auf einmal kommen seitlich Hunderte Cops in Kampfmontur. Fast alle sind vermummt, viele haben die Augen weit aufgerissen. Nach gut einer halben Stunde entsteht Hektik. Dutzende Autonome klettern plötzlich am seitlichen Geländer hoch, während die Beamten in die Menge rennen, schlagen, verletzen. Um Festnahmen wegen Vermummung geht es ihnen sichtbar nicht. Erst dann fliegen Flaschen und Böller. Tränengasgranaten werden gezündet, Umstehende ringen nach Luft. Später dann fliegen auch Steine. Ein Räumpanzer rast am Hafen entlang, als würden dort keine Menschen stehen. Ich selbst habe mindestens ein Dutzend Verletzte gesehen, üble Beinverletzungen zum Beispiel. Ausgewiesene Pressevertreter werden von der Polizei massiv angegangen, auch auf Sanitäter nehmen die Beamten keine Rücksicht. Ein Wunder ist es, dass an diesem Nachmittag am Hamburger Hafen keiner stirbt.

Tags: Verletzungen, Demonstration, Wasserwerfereinsatz, Ausschreitungen, Autonome, Welcome to Hell, Polizeibergriffe, NoG20, w2h, G-20 Gipfel, Festnahmen, Eskalation, Schwarzer Block

Drucken E-Mail

Durch die weitere Nutzung dieser Webseiten stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.