Klare Kante: Weshalb die IOC-Entscheidung konsequent ist

von Fred Kowasch

Ende Juli 2016

"Farce", "Rückgratlos", "Bankrotterklärung", "Verräter der Olympischen Idee". Die Reaktionen auf die IOC-Entscheidung vom vergangenen Sonntag sind deutlich. Rußland wird nicht gesperrt, einzelne Sportler können - nach Zulassung durch die internationalen Fachverbände - zu Olympia fahren.


Und nun atmet wieder durch, Kollegen, Sportler, Funktionäre. Was habt ihr denn erwartet? Seid ihr wirklich so naiv? 

Die Olympische Idee wurde schon vor Jahren verraten, dem Mammon von TV-Geldern und Sponsoren geopfert. Olympia ist eine Inszenierung mit bunten Bildern vor schöner Kulisse. Ernsthafter, ehrlicher Sport ist das nicht. Daran hätte auch ein Komplettausschuß von Rußland nichts geändert.

Die Entscheidung des IOC ist auf ihre eigene Weise konsequent. Alles im Spiel halten, mit dem schönen Schein abzukassieren. Von Thomas Bachs Rückgrat einzufordern, ist in etwa so, wie einen Pudding an die Wand zu nageln. Die gefundene Regelung bedeutet vor allem: das Gesicht zu wahren.

strandfussball rio 2013


Die jetzt aufgestellten Kriterien für saubere Sportler sprechen für sich. Als würde die Analyse von Dopingproben noch irgendeinen Nachweis über die Unschuld im Leistungssport bringen. Wenn die derzeitige Diskussion eines gezeigt hat, dann dies: wie einfach man im Dopinglabor Proben öffnen und unbemerkt neu verschließen kann. Der Anti-Dopingkampf ist längst nur noch ein Placebo.

Die, die nun am Lautesten schreien, sollten ganz still in sich gehen. Gerade in Deutschland. Wer beschäftigt denn - nach wie vor - Trainer mit einer Doping-Vergangenheit? Welche Sportler schwimmen - auf unerklärliche Weise - plötzlich hinterher? Und auch der Radsport. Hat sich geändert? Ja, ja ....

Leistungssport auf diesem Niveau ist längst nicht mehr ohne Steroide, Blutpanscherei, Insulin oder Wachstumshormon möglich.

Genießt die bunten Bilder, schaut euch die knackigen Körper an der Copacabana an. Oder lasst die Glotze einfach aus. Es lohnt sich nicht. Die Zeit kann man viel besser im Waldbad, auf einem Mountainbike oder in Laufschuhen verbringen.

Tags: Copacabana, Rio 2016, IOC, Thomas Bach

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